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Goch-Kessel
Vermisste Menschen im See geborgen

Goch-Kessel: Vermisste Menschen im See geborgen
Nina Uehlenbruck (stehend) dirigiert vom Boot der Gocher DLRG aus den Einsatz der Kevelaerer Taucher im GochNess. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Goch-Kessel. DLRG-Gruppen aus Goch und Kevelaer am GochNess: Mit dem Boot der Gocher Truppe und den Tauchern aus Kevelaer wurde die Zusammenarbeit trainiert. Das tödliche Unglück am Eyller See im Sommer gab den Ausschlag für die Übung. Von Lina Jaspers

Die DLRG-Gruppen aus Goch und Kevelaer haben bei einer gemeinsamen Tauchübung die Bergung vermisster Personen am Freizeitbad GochNess geübt. Mit dem Boot der Gocher Truppe sowie den Tauchern aus Kevelaer wurde die Personensuche vom Wasser aus trainiert.

Durch verschiedene Einsätzen haben die Gruppen auch andere Erfahrungswerte. Dadurch können sie auch immer voneinander lernen. Doch auch im Ernstfall ist eine gute Zusammenarbeit zwischen den gruppen extrem wichtig. Bei dieser Übung stand das Tauchen sowie die Leinensicherung im Vordergrund. In der Regel können die Taucher aus vom Ufer ins Wasser gehen. Sie werden durch Leinenführer gesichert, jedoch dürfen laut Vorgabe die Leinen vom Ufer maximal 80 Meter sein. Dies reicht jedoch manchmal nicht, um eine vermisste Person zu Bergen.

Daher wurde bei der Übung der Tauchgang vom Boot aus trainiert. Hierbei gehen die Taucher erst vom Boot aus ins Wasser und die Leinenführer sichern die Taucher vom Boot aus. Die Leinen dürfen ingesamt 20 Meter lang werden. In Kreisen kann so der gesamte See abgesucht werden.

Ausschlaggebend, diese Übung durchzuführen, war der Unfall am Eyller See im Sommer, bei dem ein 17-jähriger Flüchtling ertrunken ist, erklärt Einsatzleiterin Nina Uehlenbruck von der DLRG Kevelaer, deren Taucher die Leiche seinerzeit geborgen hatten. Generell richten sich die Übungen der DLRG oft nach den Erfahrungen, die in den echten Einsätzen gemacht werden. "Meistens handelt es sich um Personenrettungen", erklärt Frederik Bremer vom DLRG Goch. Da diese oft sehr anstrengend für die Taucher sind, hat sich die DLRG-Ortsgruppe Goch eine neue Möglichkeit der Bergung ausgedacht, die in der Praxis geübt wurde. Dabei kommt ein Netz, ähnlich wie bei der Bergrettung, zum Einsatz. Dieses Netz kann am Boot befestigt werden, so dass die Taucher die verunglückten Personen in das Netz legen und sichern können. Dies sei eine große Erleichterung, denn die Personenbergungen sind körperlich sehr anstrengend.

Eine häufige Ursache, warum Menschen beim Schwimmen verunglücken, sind die Temperaturunterschiede in den Wasserschichten. Gerade im Sommer ist das Wasser oben sehr warm, weiter unten kann es jedoch sehr viel kühler sein. Durch diese plötzliche Abkühlung bekommen Schwimmer dann einen Kreislaufkollaps. Doch auch die Taucher sind diesen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Sie tragen mehrere Schichten Taucherausrüstung übereinander, um sich gegen Kälte zu schützen, doch gehört ja auch noch die Atemluftflasche dazu. Dann muss der oder die Gerettete ja noch sicher zum Boot oder ans Ufer gebracht werden.

Die Taucher werden bei der DLRG ausgebildet. Sie müssen mindestens 300 Minuten im Jahr, aufgeteilt auf mindestens 10 Tauchgänge, unter Wasser verbringen, erzählt Nina Uehlenbruck. Sie kommt selbst aus dem Sportbereich Schwimmen der DLRG und fand erst dadurch zum Einsatzbereich. Wer sich also für das Schwimmen oder Tauchen interessiert, kann bei der DLRG im Sportbereich anfangen und erst später zur Rettung gehen. Wer sich aber für den Rettungsbereich entscheidet, dem werden viele Möglichkeiten geboten. Das sind zum Beispiel die Taucherausbildung oder der Bootsführerschein, wie Frederik Bremer erklärt. Nachwuchs suchen die Gruppen immer. Es handelt sich um ein Ehrenamt, das stets neue Leute gebrauchen kann.

Quelle: RP
 
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