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Goch/Weeze
Viele Besucher beim Tierparkfest

Goch/Weeze. Die Rückkehr der Veranstaltung in Weeze ist geglückt. Die Besucher ließen sich von einem Enten-hütenden Hund verzaubern, streichelten Ziegen und lernten viel über die Imkerei, übers Melken und über Wolle. Von Monika Hartjes

Nicht ganz freiwillig sollen die sechs Laufenten über die kleine Holzbrücke laufen. Sie zögern. Doch der sanfte Druck von Hütehund "June", der sich im Gras duckend hinter das watschelnde Sextett bewegt und sie mit Blicken auffordert, weiterzulaufen, "überredet" die munteren indischen Laufenten dazu, die Brücke zu überqueren und anschließend sogar über eine Wippe zu rennen. Die begeisterten Zuschauer applaudieren.

Im Rahmen des Tierparkfestes, das am Sonntag vom Förderverein Tierpark Weeze veranstaltet wurde, gab es zahlreiche Aktivitäten. "Nachdem wir eine längere Pause gemacht haben, wollen wir das Fest wieder aufleben lassen. So wollen wir auf unseren Tierpark, der von der Gemeinde und durch Spenden getragen wird, aufmerksam machen", sagte Norbert Thul, zweiter Vorsitzender des Vereins.

Hütehündin "June" beeindruckte auch, indem sie die Laufenten durch einen Zelttunnel trieb. Die hatten eigentlich keine Lust dazu, denn dafür mussten sie den Kopf einziehen. Doch auch hier ließen die Vögel sich von June dazu bewegen. Der siebenjährige Bordercollie bekam seine Anweisungen von "Frauchen" Lieselotte Awater aus Haldern. Über 30 Jahre beschäftigt sie sich mit der Ausbildung von Hütehunden. "Es gibt fünf Kommandos: rechts, links, geradeaus, Platz und steh. Der Hund wird geführt mit Wort- oder Pfeifkommandos", sagte sie. Zuhause in Haldern betreibt Familie Awater eine Milchwirtschaft. Außerdem haben sie 100 Schafe. June wird dort bei der Alltagsarbeit eingesetzt, wenn Kühe oder Schafe auf die Weide getrieben werden "Hütehunde arbeiten mit ihrem Instinkt und mit ihrer Ausstrahlung und gehen sehr sensibel mit den anderen Tieren um", erklärte Lieselotte Awater.

Auch sonst gab es für die kleinen und großen Besucher viel im Tierpark zu entdecken. Im Streichelzoo konnten die jungen Ziegen gestreichelt werden, auf der Hüpfburg durften sich die Kinder austoben und an ihrer Hütte zeigten die Imker viel Wissenswertes über die Bedeutung der Honigbienen, man konnte einen Blick in einen Bienenkorb werfen. In der "Rollenden Waldschule" der Kreisjägerschaft Kleve erfuhren die kleinen Gäste etwas über Tiere in Wald und Flur und duften Tierfelle unterscheiden. Wer wollte, konnte an den Holzkühen "Else" und "Olga" sein Geschick im Melken ausprobieren. Melvin, Till und Ida schafften jeweils 100 Milliliter, während sich Anna-Lena und Lia als Naturtalente entpuppten und sogar 250 Milliliter "Milch" aus dem Plastikeuter pressten.

Fasziniert schauten alle beim Schafscheren zu. Geschickt befreite Thomas Schackert das Jungschaf von seinem Vlies. "Mutterschafe tragen etwa drei bis vier Kilo Wolle, Jungschafe zwei Kilo", erklärte er. Gleich gegenüber konnte der Nachwuchs dann erleben, was aus der Wolle gemacht werden kann. Die Kids durften Bälle und Herzen filzen, indem sie die in Seifenwasser getauchte Filzkugel minutenlang in ihren Händen rollten. Und wer wollte, durfte sich auch mal am Spinnrad versuchen, dort zeigten mehrere Frauen ihr Handwerk.

"Wir sind eine Gruppe, die sich ein Mal im Monat in Kalkar trifft und zusammen spinnt", sagte Wilma Lamers. Mit der Wolle werde gestrickt und gehäkelt, aber auch die Nadeltechnik ausgeführt, eine über 5000 Jahre alte Technik, erklärte Birgit Klose, die mit ihrem Lebensgefährten Wilhelm Timpe der Gruppe angehört.

Quelle: RP
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