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Goch/Kleve
Viele Fürsprecher für den Ausbau der Niersexpress-Strecke

Goch/Kleve. Die Kreistagsfraktionen von CDU und FDP haben den Landrat beauftragt, sich in den Gremien des Nahverkehrs-Zweckverbandes Niederrhein (NVN) und des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) für den vordringlichen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Kleve-Geldern und die Elektrifizierung der Strecke Kleve-Krefeld einzusetzen. In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses für Umwelt und Strukturplanung betonte die SPD-Fraktion zwar, ebenfalls für den Ausbau zu sein, mochte sich aber der Argumentation der politischen Gegner nicht anschließen. Peter Friedmann sagte, seine Fraktion finde es "abenteuerlich", dass CDU/FDP zur Begründung ihres Antrags das Unglück in Bayern anführten. Den Bürgern Angst zu machen, weil der Niersexpress auf einer eingleisigen Strecke pendele, sei unnötig - zumal inzwischen recht klar sei, dass menschliches Versagen den Unfall ausgelöst habe.

SPD-Fraktionskollege Alfons van Ooyen ergänzte, man müsste auch in etwa wissen, mit welchen Kosten zu rechnen sei. Dass eine komplette Zweigleisigkeit samt Oberleitungen und Technik 500 Millionen Euro kosten könnte, wie der RP aus Bahn-Kreisen mitgeteilt wurde, konnte die Verwaltung "nicht bestätigen".

Die Grünen halten den Ausbau der Strecke für wichtig und die Bahn für einen ökologisch sinnvollen Verkehrsträger. Auch wenn für ein zweites Gleis einige Flächen verbraucht würden. Michael Heinricks (Unabhängige Kreistagsfraktion) ist für die Zweispurigkeit, jedoch gegen die Elektrifizierung. Paul Düllings (CDU) betonte, das Thema sei keines, das heute oder morgen umzusetzen sei, aber man müsse die Sache schon einmal anschieben. Bis zu einer neuen Ausschreibung (der Vertrag der Nordwestbahn gilt bis 2025) sei ein Umbau gar nicht möglich, denn die Züge seien nicht umzurüsten. Düllings verwies darauf, dass schon der Bau neuer Überholpunkte eine erhebliche Verbesserung für die Strecke bedeuten würde. Und Manfred Palmen ist sicher, dass für eine Zweigleisigkeit für den nur 110 Stundenkilometer "schnellen" Zug "kein einziges Bauwerk neu gebaut werden" müsse.

Auch Kai Habicht, einziger Vertreter der AfD im Kreistag, unterstützt den Antrag zur Attraktivierung der Bahnlinie.

(nik)
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