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Goch
Vier Hektar Fläche an Möbelhaus verkauft

Goch: Vier Hektar Fläche an Möbelhaus verkauft
Auf der Fläche des Goch-Weezer Gewerbegebietes will sich ein großes Möbelhaus niederlassen. Bei einem anderen Projekt stockt hingegen die Entwicklung. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Die Stadt Goch bestätigt der RP, 40.000 Quadratmeter Fläche vor dem Hagebau-Markt an ein großes Einrichtungshaus veräußert zu haben. Dort sollen rund 400 Arbeitsplätze entstehen. Unterdessen stocken Grundstücksverkäufe für benachbarte Industrieansiedlung. Von Anja Settnik

Wenn sich in diesen Wochen und Monaten Gocher und Weezer Landwirte treffen, geht es nicht unbedingt um unbefriedigende Milch- oder Schweinepreise. Häufig ist die Frage des Grundstücksverkaufs fürs künftige Goch-Weezer Gewerbegebiet ein Thema. Bekanntlich will sich auf dem überwiegend auf der Weezer Seite des "interkommunalen Gewerbegebiets" liegenden Gelände eine riesige Verpackungsfirma ansiedeln. Die hat ihr Interesse schon vor rund einem Jahr angemeldet, und sehr schnell war damals ein Zweckverband gegründet worden, der alle Vorarbeiten zu leisten hat.

Während diese Ansiedlung sich jedoch verzögert, wohl auch, weil der Außenhandel Richtung USA schwieriger wird, ist eine andere offenbar beschlossene Sache: Ein riesiger Möbelmarkt will sich zwischen dem Gocher Grenzweg und dem hagebaumarkt niederlassen. In der nächsten Ratssitzung sollen die politischen Vertreter der Stadt der Verbandsversammlung des Zweckverbands auftragen, die erforderlichen Verfahrensschritte einzuleiten. In der Drucksache zur Sitzung heißt es: "Ein flächenintensives Einzelhandelsunternehmen (beabsichtigt) die Ansiedlung im zukünftigen Gewerbepark Weeze-Goch an der B67 zwischen dem Gocher Grenzweg und dem Baustoffzentrum."

Dieses Handelsunternehmen, mit dem die Rheinische Post in Kontakt steht, will sich offiziell zu den Expansionsplänen nicht äußern. So handhaben es die meisten großen Firmen, vermutlich um Mitbewerber nicht vor der Zeit auf den Plan zu rufen. Dem Vernehmen nach will der Handelsriese, der ein Komplettsortiment an Möbeln aller bekannten Hersteller bietet, mit dem Bau aber schon im kommenden Jahr beginnen.

Laut Stadt handelt es sich um eine "für die Region bedeutsame und konkret anstehende Investition". Nach RP-Informationen soll das namhafte Möbelhaus etwa 400 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen - das allein ist natürlich schon ein starkes Argument für die Ansiedlung.

Die Anfrage der RP wurde gestern von der Stadtverwaltung bestätigt: "Es ist richtig, dass im Gewerbepark Weeze-Goch ein Grundstück zur Errichtung eines Einrichtungshauses verkauft worden ist. Es hat eine Größe von 40.000 Quadratmeter und befand sich im Besitz der Stadt Goch. Zur Errichtung des Einrichtungshauses ist ein Bauleitplanverfahren eingeleitet worden. Wann Baubeginn sein wird, richtet sich nach dem Fortgang dieses Verfahrens", schreibt Stadtsprecher Torsten Matenaers. Zumindest die Grundstückseigentümer und -nutzer in der Nachbarschaft wissen dies längst. Eine ganze Reihe Landwirte besitzt oder besaß kleine oder größere Flächen in dem künftigen Gebiet, Pächter und Anlieger kommen hinzu, mit denen zu sprechen ist. Auch Probebohrungen zur Bestimmung der Bodenbeschaffenheit wurden registriert. Zu erfahren ist, dass die Zufahrt (insbesondere für Lkw) zum Möbelhaus nicht von der Bundesstraße aus geschehen soll, sondern von einem neu zu bauenden Kreisverkehr nahe des Baumarkts.

Zu den planerischen Rahmenbedingungen, die schnell zu schaffen sind, gehört die vorbereitende und verbindliche Bauleitplanung; der Flächennutzungsplan der Stadt Goch ist zu ändern und ein Bebauungsplan für die Fläche aufzustellen. Mit Blick auf die geplante Industrieansiedlung hinter dem Poco-Markt scheint es nicht einfach zu sein, einige Bauern vom Verkauf ihrer Äcker zu überzeugen. Denn Ausgleichsflächen gibt es kaum, und wer nicht sowieso vorhat, seinen Betrieb in absehbarer Zeit aufzugeben, will sich nicht verkleinern - und wenn, dann nur für viel Geld. Im Fall des Möbelmarktes ist es gelungen, an die Flächen zu kommen, nebenan wird's schwieriger.

Dazu schreibt die Stadt Goch: "Es gibt einen Ansiedlungswunsch und es ist ein Bauleitplanverfahren eingeleitet. Überdies gibt es viele Anfragen zu den Flächen des Gewerbeparks Weeze-Goch. Dass der Zweckverband nicht im Eigentum aller Grundstücke dort ist, trifft zu. Gespräche und Verhandlungen dazu laufen."

Quelle: RP
 
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