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Goch
Vierter Anlauf von Bettina Trenckmann

Goch: Vierter Anlauf von Bettina Trenckmann
Bettina Trenckmann (54) wurde von der Gocher SPD erneut als Bürgermeister-Kandidatin vorgeschlagen. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Eigentlich wollte die SPD mit den anderen Parteien einen gemeinsamen Kandidaten gegen Heinz van Baal (CDU) aufstellen. Jetzt tritt die 54-jährige Richterin erneut für die Sozialdemokraten an. Ihre Themen: Jugend und Finanzen. Von Sebastian Latzel

Als Bettina Trenckmann 1998 den Kampf um den Bürgermeistersessel im Gocher Rathaus aufnahm, zog sie mit dem Slogan "Gocher Jugendliche auf verlorenem Posten" in den Wahlkampf. "Als ich das gesehen habe, musste ich doch ein bisschen schmunzeln, denn dieser Slogan hat offenbar nichts an seiner Aktualität verloren", sagt die 54-Jährige und spielt darauf an, dass das Astra jetzt zum Kindergarten umgebaut wird und die Zukunft der Gocher Jugendarbeit erneut in Frage steht. "Das Thema werde ich auf jeden Fall wieder aufgreifen, ich will da aber die Jugendlichen mitnehmen. Sie sollen selbst sagen, was sie wollen, damit wir nicht an ihnen vorbei planen."

Eben das sei damals mit dem Astra passiert. Die Stadt habe ein tolles Gebäude hingestellt, ohne mit den Jugendlichen zu sprechen. Die Resonanz habe in letzter Zeit aber zu wünschen übrig gelassen.

Bettina Trenckmann tritt bereits zum vierten Mal als Bürgermeisterkandidatin an. "Willi Brandt ist auch bei seiner vierten Kandidatur Regierender Bürgermeister von Berlin geworden", sagt sie. Eigentlich stand eine Kandidatur nicht an. Denn SPD-Fraktions-Chef Klaus-Dieter Nikutowski erläuterte noch einmal, dass er sich gewünscht hätte, dass die Parteien einen gemeinsamen Kandidaten gegen den CDU-Bewerber aufgestellt hätten. "Denn in Goch gibt es die historische Chance, einen CDU-Bürgermeister zu verhindern."

Als die BFG allerdings mit Ulrich Knickrehm einen eigenen Kandidaten präsentiert hatte, war klar, dass der Traum vom gemeinsamen Gegenkandidaten geplatzt war. "Da waren wir uns schnell einig, dass Bettina Trenckmann die richtige Kandidatin ist", sagt Nikutowski.

Trenckmann habe sich eine kurze Bedenkzeit genommen und dann zugesagt. "Mich hat es immer gereizt, eine Verwaltung zu leiten, daher stelle ich mich dieser Herausforderung." Die 54-Jährige ist wie Knickrehm Richterin am Landgericht, ihre Büros trennen nur ein paar Türen. Auch den Gocher Polizeichef und CDU-Kandidaten Heinz van Baal kennt sie natürlich bestens. "Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander, der Wahlkampf wird offensiv, aber nicht aggressiv werden."

Sie beschreibt sich selbst als Frau mit Ecken und Kanten, die auch gegenüber Parteifreunden klar die Meinung sagt. Die hat sie zum Beispiel zum Thema Parkgebühren. "Sie sind sicher notwendig, um den Haushalt zu entlasten. Man hätte das Ganze aber transparenter rüberbringen müssen," meint Trenckmann. Man hätte die Bürger mitnehmen und ihnen klarmachen müssen, dass auch sie angesichts der Haushaltslage ihren Beitrag leisten müssen. Die Bürger hätten dagegen den Eindruck gehabt, dass da nur hinter verschlossenen Türen getagt worden sei. Die Finanzen sind ohnehin das Thema, das sie besonders angehen will. Dazu will sie zunächst belastbare Zahlen haben, um genau einschätzen zu können wie die tatsächliche Situation ist. "Klar ist, dass die Schuldenlage dramatisch ist."

Ansetzen müsse man bei der Gewerbesteuer, die sei massiv eingebrochen. Neue Firmen müssten angesiedelt werden, mit den Baugebieten Menschen nach Goch geholt werden. Zudem müsse der Bürger wieder den Eindruck bekommen, dass das Wort "Miteinander Stadt" mehr ist als ein leerer Slogan.

Quelle: RP
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