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Goch/Kevelaer
Von der Sammelleidenschaft gepackt

Goch/Kevelaer: Von der Sammelleidenschaft gepackt
Auch diese Postkarte aus dem Jahr 1922 war in Kevelaer zu sehen. Der Wert der Marken hängt oft auch mit dem Stempel zusammen. FOTO: Schmachtenberg
Goch/Kevelaer. Beim 48. Grenzlandtauschtag der Briefmarkensammler feierte die Gemeinschaft ihr 60-jähriges Bestehen. Die verschiedenen Exponate ließen die Vielfalt der Philatelie erkennen. Viele Besucher kamen. Von Klara Schmachtenberg

Der Tauschtag des Sammelvereins zeigte, dass auch kleine Dinge manchmal einen großen Wert haben können. Helmut Schraets, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Briefmarkensammler-Vereins, erklärte, dass Markensammeln ein Hobby sei, in das man viel Zeit, aber auch Geld investieren müsse. Auf den ersten Blick lasse sich der Wert der Briefmarken meist nicht erkennen, denn oft komme es auf den Anlass der Briefe oder auch Stempel an, die zu einer bestimmten Zeit gemacht wurden, so Schraets. Ein Beispiel seien Briefstempel aus den USA in den fünfziger Jahren. Dort wurden amerikanische Einschreibebriefe eine Zeit nicht mehr gestempelt, und die Postmeister mussten ihre Stempel in Eigenregie entwickeln. "Diese Briefe sind schnell 150 bis 300 Euro Wert", erläuterte Schraets.

Auch die Jugendgruppe war bei dem Tauschtag vertreten. Schraets unterstützt die Jugendlichen in der Organisation und hilft ihnen, Fehler zu vermeiden, die er früher selbst gemacht hat. Zusammen mit den jungen Sammlern hat er Teile seines Lebens in Briefmarkenbildern oder Stempeln dargestellt, wie zum Beispiel Tätigkeiten aus seinem Beruf als Lehrer oder seine Lieblingsband, die "Rolling Stones". Leider habe der Verein im Moment wenige jugendliche Mitglieder, da der Nachwuchs fehle.

Schraets erinnerte sich an seine Jugendzeit, in der mehr als die Hälfte seiner Klassenkameraden Briefmarken gesammelt habe. Dieses Hobby sei leider heute nicht mehr so im Trend. Trotzdem haben die Mitglieder der Jugendgruppe viel Spaß am Sammeln und freuen sich über den Teil des Erlöses, der ihnen von der Tombola zugute kommt.Die anderen Teile gehen zum einen an die Loskäufer mit den Preisen und zum anderen an soziale Einrichtungen für hilfsbedürftige Kinder oder an Stiftungen, die sich für notleidende Menschen einsetzen.

Schraets selbst hat sich auf Feistempel spezialisiert und ist vereinzelt nun schon seit sieben bis acht Jahren auf der Suche nach bestimmten Briefen oder Karten mit besonderen Stempeln. Solche Einzelstücke haben in den meisten Fällen auch ihren Wert. Deswegen werden von ihm auch einige Exponate der Ausstellung als "Geldsammlung" bezeichnet. Viele Sammler haben durch ihre jahrelange Arbeit eine große Menge an wertvollen Einzelstücken angesammelt. Zum Beispiel sei die "Preußen am Niederrhein"-Sammlung von Johannes Horlemann ein sehr außergewöhnliches und deswegen auch nicht preiswertes Exponat. Die Postkarten und Briefe stammen aus der Zeit von 1850 bis 1867, sind Einzelstücke und sehr schwer zu finden.

Schraets hat außerdem eine Motivsammlung zum Thema "Der Stern von Betlehem" entwickelt. Dies sind Marken und Karten mit Motiven aus der Astronomie und Planetenkonstellationen. Besonders selten sei eine Ansichtskarte aus einem Offizierslager im Zweiten Weltkrieg in Pommern, in dem die Postkarten im Lager selbst zu Weihnachten entworfen und gedruckt wurden.

"Es gibt viele Dinge, die auf den ersten Blick leicht zu beschaffen aussehen, jedoch meistens sehr aufwendig aufzutreiben sind", sagte Helmut Schraets. Es lasse sich also erkennen, dass besonders kleine Dinge einen großen Aufwand, viel Geduld und auch Kosten fordern, dann aber umso mehr Qualität und Wert besäßen.

Quelle: RP
 
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