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Goch
Von Luther bis Buxtehude

Goch. Erstes Konzert des Evangelischen Kirchenkreises Kleve Ex Uno in Goch. Von Barbara Mühlenhoff

Zum ersten eigenen Konzert des Vokalensembles des Evangelischen Kirchenkreises Kleve Ex Uno hatte Kreiskantorin Susanne Paulsen in die evangelische Kirche Goch eingeladen. Das Programm durchzogen thematische Fäden von englischen Komponisten über Luther und Telemann in ihren Gedenkjahren bis zu Buxtehude als Ausblick auf die kommende Chorarbeit.

Die Choristen eröffneten a cappella mit "Praise the Lord ye servants", einer kurzen, kunstvoll verwobenen Ausdeutung des Psalms 112. Es folgte Henry Purcells "If Music be the Food of Love", gesungen von der Sopranistin Marjolein de Graaff. Deren lebendige Interpretation zeichnete sich durch ausdrucksstarken, schönen Stimmklang in klarer Tongebung aus. Die enthaltenen und von der Musik geformten Stimmungsbilder sang sie einfühlsam und mit Frische.

Heinrich Schütz' "Ich danke dem Herrn" gehört bereits zu Ex Unos Repertoire, vorgetragen in sprachnaher Ausdeutung mit durchsichtiger Linearität, die Susanne Paulsen gut herausarbeitete. Die Motette über das Kirchenlied Martin Luthers "Sie ist mir lieb, die werte Magd" passte zum Jahr des Reformators: andächtige Klänge des Chors mit unterschwelliger Euphorie Luthers. Das Barockensemble aus Arwen Bouw und Helmut Riebl, Barockvioline, Inja Botden, Barockcello sowie Pauline Schenck, Continuo/Truhenorgel begeisterte bei Georg Phillip Telemanns Triosonate D-Dur mit Präzision, in den raschen Teilen tänzerisch leicht, mit insgesamt pulsierendem Rhythmus.

So unterstrich ihr Spiel auch die Solokantate Telemanns "Fleuch der Lüste Zauberauen", in der sich Bass Stefan Burs mit optimaler Textverständlichkeit und tiefem Verständnis für die unprätentiöse Musik als idealer Interpret zeigte. Der Chor führte das Programm mit der Thüringer Motette "Es ist in keinem andern Heil" fort, in der die Soprane gekonnt über den drei anderen Stimmen das bekannte Kirchenlied "Jesu meine Freude" verquickten. Den Abschluss bildeten zwei Werke von Dietrich Buxtehude: In der Kantate für Sopran "Herr, wenn ich nur dich hab" agierte de Graaff sehr präsent und klangschön, dabei feinfühlig und ohne Überzogenheit, um den Gehalt des Textes zu transportieren. Ex Uno beendete die Abendmusik mit Buxtehudes Auszug aus Membra Jesu nostri "Ad pedes"; aus einer Reihe von Kantaten, die alle einem Körperteil Jesu gewidmet sind, hier im ersten Teil den Füßen.

Die Kleinbesetzung von maximal drei Choristen pro Singstimme zusammen mit den Barockmusikern schuf eine authentische, innige Atmosphäre, stimmungsvoll unterstrichen vom Sonnenlicht, das durch die Kirchenfenster flutete. Alle Beteiligten von Ex Uno agierten beweglich und re-agierten sehr gut aufeinander. Der geschlossene Gesamteindruck gefiel den gut 60 Zuhörern, die gerne auch zahlreicher hätten erscheinen können; für die, die dort waren, war der Genuss offensichtlich, wenn sie teilweise die Augen schlossen und die Musik wirken ließen.

Quelle: RP
 
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