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Goch
Vorschulkinder als Landschaftsgärtner

Goch: Vorschulkinder als Landschaftsgärtner
Kleine Landschaftsgärtner in Aktion (Vorschulkinder der Kita Martin-Franz-Stiftung), Karl Beemelmans jun. (links) und Alexander Hermsen. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Goch. Der Berufsverband der Garten- und Landschaftsbauer NRW will schon kleinste Kinder für die grüne Branche interessieren. Karl Beemelmans aus Goch lud Kinder der Martin-Franz-Stiftung zu einem Kurz-Praktikum ein. Von Anja Settnik

Im Vergleich zu Großstadtkindern dürften kleine Gocher ja noch so eine gewisse Ahnung vom Garten haben. Was da so wächst, wie sich aus einem Samenkorn eine Blume entwickelt, wie ein blühender Garten durftet, was man essen kann. Aber im Vergleich zu früheren Generationen ist der Umgang mit der Natur auch für hiesige Kinder nicht mehr ganz so selbstverständlich, wie er es früher mal war. Kein Wunder also, dass die Gärtnerbranche es schwer hat, ihre Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu besetzen. Deshalb lädt der Berufsverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW seit einigen Jahren zu Projektwochen ein. Diesmal beteiligte sich die Gocher Gärtnerei Beemelmans.

Als Berufspraktikum konnte das, was sich da gestern tat, noch nicht gelten, denn die Interessenten waren dazu etwas zu jung: im Schnitt fünf Jahre alt, denn es handelte sich um die Vorschulkinder der Martin-Franz-Stiftung. Vier Erzieherinnen, Leiterin Katrin van der Louw inklusive, begleiteten die 14 Kinder, die den Gocher Kindergarten im kommenden Sommer als angehende Erstklässler verlassen werden. Gisa Beemelmans, Schwiegertochter des Hauses, unterstützte die Frauen bei der Gartenarbeit mit den Kindern.

Karl Beemelmans junior engagiert sich erstmals bei der Aktion - und das, obwohl seine Mutter Hildegard versichert, in ihrem Betrieb sei das Thema Nachwuchs noch nicht besonders problematisch. "Aber es ist schon schwieriger geworden, an gute Leute zu kommen." Solche, die gerne zupacken wie Celine und Ena, die sich gerade mit dem Pflastern einer zukünftigen Terrasse beschäftigen. Statt "Pflastern" sagen die Fünfjährigen zwar "Steine hauen", aber sie meinen in etwa dasselbe. Michel wagt sich an das Verlegen von Ziegelsteinen, die hochkant als Fläche ausgelegt werden müssen. Keine leichte Arbeit. Die überhaupt nur zu schaffen ist, weil es zuvor ein kräftiges "Baustellenfrühstück" mit Brötchen, Kakao und Säften sowie gesunder Rohkost gab.

"Unsere Firma beschäftigt sich vorwiegend mit der Neuanlage und Pflege von Hausgärten",erklärt der Junior-Chef, den die Kinder shon von seiner Arbeit im Kindergarten kennen. An der Martin-Franz-Stiftung ist nämlich eine neue Spielfläche samt Weg und Rasen entstanden, auch neue Pflanzen wurden gesetzt. "Deshalb wussten sie auch schon recht gut, worauf es ankommt, wenn die zarten Gewächse gut angehen sollen", erklärt eine der Erzieherinnen mit Blick auf das Probe-Beet. Lavendel und Azaleen haben die Kleinen gepflanzt, außerdem Blumenzwiebeln in Töpfe, die sie nach dem Aktionstag mit nach Hause nehmen durften.

Melek versucht sich sogar am Verschrauben von Holzbrettern als Terrassenblag, gleich wird er sich noch dem Rollrasen widmen. Wie das alles im Zusammenhang aussehen kann, hat Karl Beemelmans auf einem Plan dargestellt, den die Kinder ausmalen dürfen. Rasenflächen, Rabatten, Hecken, Terrassen, ein Carport - so stellen sich die meisten Häuslebauer den Außenbereich ihres schönen neuen Zuhauses vor. Dass die Mädchen und Jungen (die ja noch nicht lesen können) die Rasenflächen braun ausmalen und die Hecken rot- wen stört's? Viel cooler als Malen finden sie sowieso, mit dem Mini-Bagger Rasenplaggen aus dem Boden zu reißen und nebenan abzulegen. Die Mitarbeiter des Betriebs hatten sichtlich Spaß daran, die Kleinen anzuleiten. Vielleicht sieht man sich beim nächsten Praktikum ja auf Augenhöhe wieder . . .

Quelle: RP
 
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