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Uedem
Wahlkampf mit Kasper und Innenminister

Uedem: Wahlkampf mit Kasper und Innenminister
Das offizielle Wahlplakat ist gedruckt, die Kasperle-Puppe hat Heinz Bömler auch schon in Stellung gebracht. Der SPD-Wahlkampf in Uedem geht los. FOTO: Evers
Uedem. Nach seiner umstrittenen Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der SPD, provoziert Heinz Bömler weiter in Richtung Politik. Innenminister Ralf Jäger trifft Ex-Rocker Ralf Seeger am 12. August. Von Ludwig Krause

Man wolle in Uedem keinen Wahlkampf machen, sondern ein Wahlprojekt, sagt der SPD-Ortsvorsitzende Olaf Plotke. Ob Plotke selbst dran glaubt, weiß nur er selbst. Bis auf diesen einleitenden Satz spricht er im Anschluss selbst nur noch von Wahlkampf. "Wir wollen freundlich bleiben, Konstruktivität ist unser Ziel", sagt Heinz Bömler. Ob Bömler selbst dran glaubt, weiß nur er selbst. Kurz darauf fallen Sätze wie: "Witzig, wie diese kleinen Spießbürger versuchen, unsere Pläne kaputtzureden." Oder: Die bisher geäußerte Kritik an ihm sei "nur aus Neid und kleinkariertem Denken" heraus entstanden.

Heinz Bömler und die SPD haben in der Viller Mühle in Goch das Programm und den offiziellen Werbespot für den Bürgermeisterwahlkampf vorgestellt. In dem Video provoziert der Puppenspieler munter weiter in Richtung Politik. Nachdem er bei seiner Vorstellung auf dem Markt in Uedem die Kommunalpolitik schon als Kasperletheater bezeichnet hat - und damit unter anderem große Kritik von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hervorrief - legen Bömler und die SPD nun einen drauf. Er wolle sich entschuldigen, sagt der Puppenspieler, der um sein genaues Alter immer noch ein Geheimnis macht. Seine Entschuldigung gelte aber nicht der Politik, sondern dem Kasper. Der mache schließlich keine Schulden und sei immer fröhlich und erfolgreich.

Der Wahlkampfspot ist auf der Internetplattform Youtube zu sehen und wird im Vorprogramm eines Freiluft-Filmabends gezeigt, den das Wahlkampfteam am 1. August in Uedem veranstaltet. Auch eine Film- und Bücherbörse soll dann parallel stattfinden.

Zu einem ganz besonderen Treffen kommt es am 14. August im Bürgerhaus. Dann soll NRW-Innenminister Ralf Jäger im Bürgerhaus mit Ex-Rocker Ralf Seeger diskutieren. "Es geht um das Thema Gewalt und wie man damit öffentlich umgeht", sagt Olaf Plotke. Alle Bürger seien zur Teilnahme an der Diskussion eingeladen. "So oft trifft man den Innenminister ja auch nicht", meint Plotke. Der Eintritt dazu sei, wie auch zum Filmabend, kostenfrei.

Am 22. August soll auf dem Uedemer Marktplatz ein Märchenmuseum aufgebaut werden. Getreu der Idee Bömlers, Uedem zur Märchenstadt umzubauen. "Das gelingt aber nur mit den Menschen und nicht gegen sie. Nach allem, was ich bisher gehört habe, glaube ich selber nicht dran, dass das funktioniert", sagt Bömler. Trotzdem will er Gespräche mit dem Werbering in Uedem führen, um seine Pläne vorzustellen. "Wir wollen Uedem zur Marke machen", sagt Plotke.

Ein neuer Punkt steht auf der Agenda des Puppenspielers: "Ich will aufhören, Schulden zu machen", sagt er. Bestimmte Dinge in der Gemeinde sollen kommerzialisiert werden. "Etwa durch Erhöhung der Gebühren. Gibt es in Uedem eigentlich Parkplatzgebühren?", fragt Bömler. Der Ortsverbandsvorsitzende Olaf Plotke ist nach wie vor redlich bemüht, die Ernsthaftigkeit des Vorhabens zu betonen. "Demokratie macht nur Spaß, wenn es eine Wahl gibt. Und wir bieten eine echte Wahl", sagt er. Mit einem Kandidaten, der so ganz anders sei, als der Amtsinhaber. "Je niedriger die Wahlbeteiligung ist, desto größer sind meine Siegchancen. Deshalb verteile ich am Wahltag auch Freibier auf dem Marktplatz", meint Heinz Bömler.

Auf Werbegeschenke wolle man während des Wahlkampfs übrigens weitestgehend verzichten - lediglich 500 Märchenbücher verteilen Bömler und SPD an die Bürger. "Haben wir alle nicht auch Lust darauf, wenn wir fünfmal in der Woche beim Chinesen waren, zum Italiener zu gehen? Es muss sich einfach mal etwas ändern", sagt Bömler. Wie viel Lust die Uedemer darauf haben, zeigt sich am 13. September - dann wird auch in Uedem gewählt. Mit oder ohne Freibier.

Quelle: RP
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