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Goch/Kevelaer
Wallfahrt ist "in", pilgern wird "jünger"

Goch/Kevelaer: Wallfahrt ist "in", pilgern wird "jünger"
Sechs Monate lagen zwischen dem Öffnen der Pilgerpforte (Foto oben) und dem Schließen. In diesem Zeitraum kamen rund 800.000 Pilger in die Marienstadt. FOTO: Seybert / Archiv
Goch/Kevelaer. Die Pilgerpforte ist geschlossen, die Saison vorbei, auch wenn am Sonntag noch die Karnevalisten-Wallfahrt ansteht. Wallfahrtsrektor zieht ein positives Fazit und freut sich, dass sich immer mehr junge Menschen auf den Weg machen. Von Sebastian Latzel

10.000 Pilger bei der Tamilenwallfahrt, 2000 Biker bei der Motorradwallfahrt, rund 800.000 Besucher in der gesamten Wallfahrtszeit. Das sind die reinen Zahlen, wichtiger sind für Wallfahrtsrektor Pastor Rolf Lohmann allerdings andere Dinge. " Es ist deutlich zu spüren, dass Wallfahren wieder in ist. Das ist eine Entwicklung, die uns natürlich sehr freut", sagt er. Besonders gegeistert es ihn, zu beobachten, dass die Wallfahrt auch "jünger" wird. Woran das genau liegt, darüber kann er nur spekulieren. "Viele berichten mir, dass für sie das Gemeinschaftserlebnis wichtig ist, dieses Gefühl sich mit anderen zu einem gemeinsamen Ziel auf den Weg zu machen", berichtet Rolf Lohmann.

Am Neu-Entdecken des Pilgerns allgemein habe sicher auch das Buch von Hape Kerkeling "Ich bin dann mal weg" seinen Anteil. Der Bestseller habe zwar in erster Linie Werbung für den Weg nach Santiago de Compostela gemacht und Menschen angesprochen, die sich alleine auf den Weg machen. Doch Lohmann geht davon aus, dass so das Thema "Wallfahrt" allgemein wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sei. Und davon profitiere dann eben auch ein Wallfahrtsort wie Kevelaer.

FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Neben der "Verjüngung" der Wallfahrt hat Lohmann einen zweiten Trend ausgemacht. Es gibt immer mehr kleine Gruppen, die nach Kevelaer kommen. Auch in der Woche. "Wir wissen auch, dass etwa 40 Prozent der Pilger heute nicht mehr mit einer organisierten Gruppe kommen. Das entspricht dem Individualisierungstrend unserer Gesellschaft", meint Lohmann. Zufrieden ist Lohmann mit den neuen Wallfahrten wie Wallfahrt für MS-Kranke oder die interreligiöse Wallfahrt. Auch hier komme es in erster Linie nicht auf die Zahl der Teilnehmer an, sondern darauf, neue Akzente zu setzen. Das sei auf jeden Fall gelungen und soll fortgesetzt werden.

Welche Bedeutung Kevelaer innerhalb der katholischen Kirche hat, zeigt ein Ereignis am 8. Dezember. Dann wird in Kevelaer eine Heilige Pforte geöffnet. Bislang wurden solche Pforten nur in Rom geöffnet. Papst Franziskus hatte angeregt, diese Tradition auf die Weltkirche auszudehnen. Im Bistum Münster hatte man sich daraufhin für vier Orte entschieden. Einer davon ist Kevelaer. "Auch das ist eine hohe Auszeichnung für uns, über die wir uns sehr freuen", sagt Lohmann.

Quelle: RP
 
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