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Goch
Wer hat Angst vorm bösen Wolf ?

Goch: Wer hat Angst vorm bösen Wolf ?
Dieses Foto hat Christian Wellmann vom Wolf bei Rees am Deich gemacht. Wo sich das Tier nun aufhält, ist nicht bekannt. FOTO: Wellmann
Goch. Die Entdeckung ist inzwischen bestätigt: In dieser Woche ist ein Wolf durch die Region gezogen. Schafhalter sind zu Wachsamkeit aufgerufen. Von Sebastian Latzel

Gesichtet hat ein Landwirt das Tier am Deich in Haffen-Mehr bei Rees. Vermutet wird, dass er von dort Richtung linke Rheinseite weitergezogen ist. Denkbar sei sogar, dass er dafür ganz bequem die Rheinbrücke genutzt hat, so Experten. Auf jeden Fall hat das Ereignis dafür gesorgt, dass die Schafzüchter alarmiert sind. Per Mail waren alle Mitglieder über die Situation informiert worden. "Wir sind natürlich wachsam, aber es bringt uns nicht weiter, jetzt in Panik zu verfallen", sagt Hans-Josef Geurtz, Vorsitzender des Kreisvereins der Schafzüchter und -halter. Etwa 180 Schafe hält er auf verschiedenen Flächen rund um Weeze.

Inzwischen gibt es von der anderen Rheinseite Meldungen von einem gerissenen Reh, auch von einem Schaf ist in den sozialen Medien die Rede. Geurtz genießt solche Meldungen erst einmal mit Vorsicht. Noch gebe es keine letzte Gewissheit, dass der Wolf tatsächlich schon Tiere getötet habe. Das Landesumweltamt teilte mit, bisher keine Informationen über gerissene Tiere zu haben.

Man stehe in engem Kontakt mit den Kollegen, sagt Geurtz, und versuche jetzt, die Tiere so gut wie möglich zu schützen. Ratschlag ist, die Tiere draußen jetzt nur noch hinter Elektronetzen zu halten, die mindestens 90 Zentimeter hoch sind. Zusätzlich soll 30 Zentimeter darüber ein Flatterband gespannt werden, das ebenfalls unter Strom gesetzt wird. 2500 Volt wird als Spannung empfohlen.

Süße Lämmer auf der Wiese: Schafhalter haben Sorge, dass ein Wolf die Tiere beunruhigen könnte. FOTO: Busch

Für Ende März, Anfang April planen die Schafzüchter im Kreis eine Versammlung. Dort soll über das Thema Wolf ausführlich diskutiert werden. Wichtig sei für die Schafhalter auch, dass rechtliche Fragen geklärt werden. Wenn ein Tier gerissen werde, sei das die eine Sache. Frage sei aber auch, wer zuständig ist, wenn ein Tier vor dem Wolf flieht und dann plötzlich auf der Straße steht und dort für einen Unfall sorgt. Noch gravierender könnte es werden, wenn Rinder durch einen Wolf in Panik geraten, losstürmen und Verkehrsunfälle verursachen. "Dass wir als Schafhalter dem Wolf erst einmal skeptisch gegenüber stehen, ist doch normal. Es geht aber nicht darum, ihn zu verteufeln, vielmehr müssen wir mit den Leuten im Gespräch bleiben, die den Wolf wollen", sagt Geurtz.

Im Tierpark Weeze sieht Leiterin Marie-Christine Kuypers keinen Anlass, etwas an den Sicherheitsvorkehrungen zu verändern. "Mich beunruhigen die Meldungen über den Wolf nicht. Diese Tiere halten Abstand zur Zivilisation, ich habe keine Sorge, dass er hier in den Tierpark kommen könnte", sagt sie. Sie mache sich da eher Sorgen wegen Mardern und Füchsen.

Förster Peter Sprenger aus Aldekerk ist Wolfsbeauftragter am Niederrhein. Er hat die Spuren des Haffener Wolfes untersucht. Sprenger sucht nach Spuren, Kot, Urin und Haaren des Tieres. Per DNA-Abgleich kann dann festgestellt werden, welches Tier es ist, aus welcher Region es stammt. So gewinnt das Landesumweltamt einen Eindruck vom Wanderverhalten der Wölfe. Vermutet wird, dass der bei Rees gesichtete Wolf ein Rüde aus Brandenburg oder Polen ist.

Wer einen Wolf sichtet, sollte das dem Landesumweltamt unter 02361 3050 oder 0201 714488 melden.

Ein großer Teil der Wolfsbeobachtung fällt freilich nach wie vor unter die Rubrik "unbestätigt". "Es gibt Hunde, die einem Wolf sehr ähnlich sehen, zum Beispiel Huskies", sagt Sprenger.

Quelle: RP
 
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