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Goch/Kleve/Emmerich
Weseler soll Drogen an Minderjährige verkauft haben

Goch/Kleve/Emmerich. Am Klever Landgericht begann gestern der Prozess gegen einen 32-jährigen Mann, der in umfangreiche Drogengeschäfte in Kleve, Goch und Emmerich verstrickt gewesen sein soll.

Laut Anklageschrift soll sich der gebürtige Weseler in zwölf Fällen der Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige schuldig gemacht haben. Weiterhin werden dem Angeklagten die bewaffnete Beschaffung von Betäubungsmitteln in 23 Fällen sowie bewaffnetes Handeltreiben zur Last gelegt.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Emmerich fanden die Beamten Heroin, Amphetamin, Haschisch und Ecstasy-Tabletten beim Angeklagten. Zudem wurden Verkaufspäckchen, Feinwaagen, Streckmittel sowie zwei griffbereite Baseballschläger, ein Elektroschocker und weitere Waffen sichergestellt. Was auf eine gut organisierte Tätigkeit als Drogendealer hindeutet, ist laut dem Angeklagten einfach zu erklären: Er habe sich die Drogen zum Eigenkonsum beschafft - und ein Großeinkauf auf Vorrat sei nun mal billiger. Wo er die Drogen gekauft hatte, wollte der Angeklagte nicht sagen.

Die Vorwürfe aus der Anklageschrift bestreitet der 32-Jährige größtenteils - lediglich die einmalige Abgabe eines halben Gramms Marihuana entspreche den Tatsachen. Dass sein Kunde damals minderjährig war, sei ihm bei der Abgabe in seiner damaligen Klever Wohnung nicht bewusst gewesen, erklärte der Angeklagte gestern.

Die Kammer um den Vorsitzenden Richter Christian Henckel schien jedoch nicht überzeugt zu sein: "Man hat ein wenig den Eindruck, dass es schon eine bekannte Adresse war", so der Vorsitzende.

Als bekannte Adresse hatte auch eine Zeugin die Klever Wohnung in Erinnerung: Als unter 16-Jährige hatte sie den Angeklagten dort mit Freunden besucht und dort einen Joint bekommen. "Er war in Kleve bekannt", so die heute 16-Jährige. "Als was, als toller Fußballer?", fragte der Vorsitzende. "Nein, wegen Drogen." Ein weiterer Zeuge erklärte, dass er dem Angeklagten einmal Amphetamin für zehn Euro abgekauft hatte.

Zum Abschluss des ersten Verhandlungstages trug gestern der sachverständige Psychiater Jack Kreutz sein Gutachten vor: Von einer verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten sei demnach nicht auszugehen.

Der Prozess wird am 26. September fortgesetzt.

(jehe)
 
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