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Goch
"Zauberflöte" sorgt für ein ausverkauftes Kastell

Goch. Mancher mag gemurrt haben, weil Gochs KulTOURbühne angesichts der Wetterprognose schon frühzeitig den Park als Aufführungsort ausgeschlossen hatte. Reichlich Blitz und Donner am späten Abend bewiesen jedoch, dass die Vorsichtsmaßnahme angemessen war. Positiver Nebeneffekt der Verlagerung der Mozart-Oper ins Kastell: Die Veranstaltung war ausverkauft, kein Stuhl blieb unbesetzt. Das wäre bei einer Outdoor-Veranstaltung vermutlich anders gewesen, denn der Vorverkauf war anfangs eher schleppend angelaufen. Von Anja Settnik

So passte alles, und Hermann-Josef Kleinen als Leiter der KulTOURbühne war froh, den Gästen eine schöne Veranstaltung bieten zu können. Das Tournee-Ensemble, bestehend aus Chor und Orchester der Festspieloper Prag in Kooperation mit der Prager Kammeroper, zeigte sich flexibel und nahm die Bühne des Kastells als Ersatz gerne an. Wer vor zwei Jahren die Opern-Aufführung "Nabucco" im Gocher Stadtpark erlebte, wird diesmal größeren musikalischen Genuss erfahren haben. Die Solo-Parts des Tamino (Richard Neugebauer), des Papageno (Dejan Brkic), der Königin der Nacht (Olga Jelinkova) und des Sarastro (Tomas Bartunek) waren stimmlich sehr gut besetzt.

Die weltberühmten Arien "Der Vogelfänger bin ich ja", "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" oder "O Isis und Osiris" wurden von einigen Zuhörern leise mitgesummt, was ihnen strenge Blicke anderer Gäste einbrachte. Mancher Seufzer entrang sich der Kehlen feinsinniger Musikfreunde bei dem Duett "Bei Männern, welche Liebe fühlen". Neben den romantischen, inhaltlich von den Idealen des Humanismus' getragenen Passagen, gab es natürlich auch immer wieder etwas zu schmunzeln. Anlass dazu gaben sowohl die üppigen Perücken der opulent barock gekleideten Akteure, aber ebenso die populäre Figur des liebeskranken Vogelhändlers. Der, wie zu erwarten mit Federn reich verziert und einem Käfig auf dem Rücken, brachte eines der heiteren Elemente von Mozarts Spätwerk ins Spiel. Schade: Einige der tschechischen Sänger hatten eine schwer verständliche Aussprache. Schön, dass dies bei Tenor Richard Neugebauer als Tamino nicht der Fall war.

Quelle: RP
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