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Goch/Kevelaer/Benin
Zehnjähriger aus Afrika bekommt Hilfe vom Niederrhein

Goch/Kevelaer/Benin. Die Aktion pro Humanität ermöglicht die lebensrettende Operation. Nun müssen noch die Flugkosten gesponsert werden.

Nicht nur biblisch markiert Ostern einen deutlichen Wendepunkt. Auch für manche Menschen bringt diese Zeit ganz reale, praktische, neue Lebensperspektiven. Für Menschen, deren Leben wirklich schon eine jahrelange Passion ist. Die Augen und das Gesicht des zehnjährigen Akouegnon zeigen das deutlich auf.

Er lebt seit seiner Geburt mit einer Harnblase, die offen vor der Bauchdecke liegt. Werden Kinder hier in Deutschland so geboren, werden sie bereits im Säuglingsalter operiert. Akouegnon lebt aber in einem Entwicklungsland, im westafrikanischen Benin. Und so leidet er Zeit seines bisherigen, jungen Lebens. Wegen des ständig ausfließenden Urins ist die hygienische Versorgung des kleinen Patienten schwer. Geruchsbelästigung und völlig fehlende Hygieneartikel machten den Jungen zum absoluten Außenseiter. Er konnte nicht in die Schule gehen und schämte sich nur.

Sein Vater kam beim ersten Einsatz des Operationsteams der Kevelaerer Hilfsorganisation "Aktion pro Humanität" (APH) im März vergangenen Jahres mit dem Jungen auf dem Moped fast 200 Kilometer von der Hauptstadt Benins, Porto Novo, bis in das Buschkrankenhaus in Gohomey gefahren. Er hatte von dem Team um Johannes Kohler und dem neuen Operations-Container gehört. "Doch diese Operation konnten wir mit dem Team und im OP-Container nicht durchführen," sagt Elke Kleuren-Schryvers, Vorsitzende der Aktion pro Humanität. "Aber die unglaubliche Betroffenheit des gesamten Teams ließ blitzschnell den Gedanken entstehen, dass wir in Deutschland versuchen wollten, eine Operation des Jungen zu ermöglichen."

Johannes Kohler und seine Frau Beate schlossen die ersten Kontakte zu einer Kinder-Uro-Chirurgin in der Universitätsklinik Essen. Schnell wurde klar, dass die Nachsorge nach einer so schwierigen Operation Monate dauern würde, bis eine Heimkehr des Jungen nach Benin möglich wäre. Mit dem Moerser Kinderarzt im Team der APH, Hans-Hermann Pieper, und seiner Frau, der Anästhesie- und Intensivschwester Annemarie Pieper wurde auch dieses Problem gelöst. Nun wird in Benin von der Projektleiterin der Aktion pro Humanität, Helene Bassalé, mit der deutschen Botschaft die Ausreise des Jungen vorbereitet. Ein riesiger Schritt war die Kostenübernahme-Erklärung der Uniklinik Essen. APH macht sich für die Flugkosten des Jungen und seiner Begleitperson stark und bittet die Spender daher dringend um Hilfe. Rund 3000 Euro werden dazu benötigt.

Quelle: RP
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