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Uedem-Keppeln
Zwei Tote bei Verkehrsunfall auf der B 67

Tödlicher Unfall im Nebel auf B67
Tödlicher Unfall im Nebel auf B67 FOTO: Guido Schulmann
Uedem-Keppeln. Polnische Brüder - 39 und 38 Jahre alt - sind gestern kurz nach Mitternacht in ihrem Auto schwersten Verletzungen erlegen. Ersthelfer sowie Polizisten und Feuerwehrmänner schockiert. Fahrer des Pkw hatte keinen Führerschein. Von Dieter Dormann

Schrecklich waren die Bilder, die gestern Ersthelfer kurz nach Mitternacht an dem Unfallort an der Bundesstraße 67 (B 67) zwischen "Lindchen" und "Raiffeisen-Markt" sehen mussten: In den Trümmern eines total zerstörten Opel Astra Kombi, der einige Meter entfernt von der B 67 auf einem Feld lag, entdeckten sie einen Mann mit schwersten Gesichtsverletzungen. Von einem anderen Mann ragte nur ein Arm aus den Blechstücken heraus. Unter den Ersthelfern befand sich ein Mann, der auf der B 67 in Richtung Goch unterwegs war, ein Uedemer, der in der Nähe des Unfallortes wohnt und den das "Dauerhupen" des verunfallten Opels alarmiert hatte, sowie eine Frau. Sie fragte eines der lebensgefährlich verletzten Unfallopfer, ob noch weitere Personen in dem Opel gewesen seien. Der Mann konnte schon nicht mehr sprechen. Er blinzelte nur noch einmal.

Die furchtbare Bilanz des Unfalls auf der B 67: Zwei polnische Brüder, 38 und 39 Jahre alt, starben. Ihr 18 Jahre alter Opel Astra wurde total zerstört. Der Pkw war laut Polizeibericht gegen 0.10 Uhr in einer langen Linkskurve in Richtung Kalkar zunächst auf den rechten Grünstreifen gekommen und hatte einen Leitpfosten berührt. Dann geriet der Wagen nach links von der B 67 ab, prallte gegen zwei Bäume und landete schließlich auf dem Feld.

Der zertrümmerte Opel Astra Kombi - im Hintergrund Männer der Bedburg-Hauer Feuerwehr. FOTO: Feuerwehr

"Es war die Hölle." So beschrieb die Szenerie am Unfallort am nächsten Morgen auch Michael Hendricks, der schon seit 2005 im Rettungsdienst der Feuerwehr Bedburg-Hau aktiv ist. So eine Zerstörung wie an dem Unfallort an der B 67 habe er als Feuerwehrmann "selten" gesehen. An einem Straßenbaum seien sogar noch in zwei Meter Höhe Aufprallspuren erkennbar gewesen. Ein Rad des Opel Astra habe 50 Meter entfernt von den Wrackteilen des Pkw gelegen. Selbst erfahrene Polizeibeamte seien schockiert gewesen. Alarmiert worden waren Michael Hendricks und seine etwa 40 Kollegen von der Bedburg-Hauer Wehr um 0.21 Uhr durch ein Signal ihrer Funkmeldeempfänger. Danach folgte eine SMS mit der kurzen Information, es habe einen Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen an der B 67 gegeben. "Das kann alles bedeuten. Aber dass man rausfährt, um Menschenleben zu retten, dann jedoch ein Schlachtfeld vorfindet und nur noch zwei Tote bergen kann - das ist schon hart", sagt der Bedburg-Hauer. Nicht nur für die schockierten Feuerwehrmänner und Polizisten, sondern auch für die wohl noch stärker traumatisierten Ersthelfer standen nach dem Unfall Mitarbeiter des Opferschutzes und der Notfallseelsorge als psychologische Betreuer zur Verfügung.

Ein Sachverständiger soll nun ermitteln, warum die Polen mit ihrem Auto von der Straße abgekommen sind. Der Fahrer des Wagens hatte laut Polizei keinen Führerschein. Zudem stand an der Unfallstelle ein defektes Auto ohne Insassen auf dem Grünstreifen, das den Polen irritiert haben könnte. Ferner hatten zwei Streifenbeamte, die nach dem Notruf der Ersthelfer um 0.23 Uhr an der Unfallstelle waren, berichtet, die Sichtweite sei auf ihrer Hinfahrt durch Nebel teilweise auf 80 Meter eingeschränkt gewesen.

Quelle: RP
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