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Grevenbroich
13-Jähriger rechnet auf Studenten-Niveau

Grevenbroich: 13-Jähriger rechnet auf Studenten-Niveau
Paul Müller (13) geht in die neunte Klasse des Erasmus-Gymnasiums. Der Elsener ist dem Stoff im Mathe-Unterricht weit voraus und nimmt jetzt an den Landesebenen der "Mathe-Olympiade" und des Wettbewerbs "Jugend forscht" teil. FOTO: lber
Grevenbroich. Mathematik ist seine Stärke: Erasmus-Gymnasiast Paul Müller räumt beim Wettbewerb "Jugend forscht" und bei der Mathe-Olympiade ab. Inzwischen löst er Aufgaben, mit denen sich Mathe-Studenten im dritten Semester beschäftigen. Von Christian Kandzorra

Eine eins in Mathe? Davon können viele Schüler nur träumen. Paul Müller hat so eine Note auf dem Zeugnis. Der 13-Jährige geht jetzt in die neunte Klasse des Erasmus-Gymnasiums und hat keine Schwierigkeiten, im Mathe-Unterricht quadratische Gleichungen zu lösen, den Satz des Pythagoras oder die sogenannte P-Q-Formel anzuwenden. Im Gegenteil: So richtig lastet ihn das alles nicht aus. Deshalb hat sich Paul Müller ganz lösgelöst vom Schulstoff in seiner Freizeit mit dem Aufbau des Zahlensystems beschäftigt und es für den Bereich Mathematik des Wettbewerbs "Jugend forscht" genauer unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis: Eine Art Facharbeit und ein Plakat-Vortrag, der im Detail erklärt, wie man beim Rechnen mit natürlichen Zahlen auf den Rest des Zahlensystems (zum Beispiel auf negative Zahlen oder Brüche) kommen kann. Und das in einer Form, wie es sonst nur Mathematik-Studenten im zweiten und dritten Semester tun. Offenbar liegt das Fach Mathe dem Gymnasiast sehr gut. "Warum das so ist, kann ich mir auch nicht erklären", sagt der 13 Jahre alte Elsener, der bei seiner Einschulung gleich die erste Klasse übersprungen hat.

Beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" konnte er die Jury jedenfalls mit seiner Ausarbeitung begeistern. Die hat ihn als Sieger für die Region Niederrhein kurzerhand zum Landeswettbewerb eingeladen. "Das freut mich sehr. Aber ich bin ein bisschen aufgeregt", sagt der Erasmus-Schüler, der zum dritten Mal an dem Wettbewerb teilnimmt.

Im April fährt er nach Essen, wo er sein Talent noch einmal unter Beweis stellen wird. Doch eines steht fest: Paul Müller geht an die Grenzen, weil es ihn reizt, die Dinge zu verstehen, die ihm auf den ersten Blick nicht klar erscheinen.

Das beobachtet auch Mathelehrer Michael Grambusch, der Paul Müller bei einem Begabten-Förderprogramm des Erasmus-Gymnasiums betreut. "Ihm gelingt es, sehr anschaulich komplizierte Zusammenhänge darzustellen", berichtet der 31-Jährige, der ihm für die Ausarbeitung des "Jugend forscht"-Projektes bei Fragen zur Seite stand. "Manche Dinge haben auch mich vor eine Herausforderung gestellt", gibt Grambusch zu.

Doch "Jugend forscht" ist natürlich nicht alles: Paul Müller hat es jetzt als einziger Schüler des Gymnasiums geschafft, bei der kreisweiten "Mathe-Olympiade" in die nächste Runde, die Landesebene, zu kommen. Zum vierten Mal in Folge. "Seit diesem Jahr gibt es auch die Möglichkeit, in die Bundesebene zu kommen", erzählt der Elsener motiviert.

Worin der Unterschied zum Wettbewerb "Jugend forscht" liegt? "Bei der Olympiade werden einige Textaufgaben gestellt. Es geht also darum, Aufgaben auszurechnen. Darin kommen auch Gleichungen und Geometrie vor. Bei ,Jugend forscht' war eine Art Vortrag gefragt", erklärt der Erasmus-Gymnasiast, der bei den Wettbewerben alles geben will. Paul Müller könnte sich gut vorstellen, nach dem Abitur tatsächlich Mathematik zu studieren: "Warum nicht? Aber noch habe ich mir darüber keine konkreten Gedanken gemacht."

Quelle: NGZ
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