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Grevenbroich
15 Kinder führen die Passionsspiele auf

Grevenbroich. Für den Gottesdienst am Samstag, 19. März, in St. Nikolaus Barrenstein wird eifrig geprobt. Erstmalswird ein großer Esel aus Holz dabei sein. Von Carsten Sommerfeld

Die achtjährige Floyd aus Frimmersdorf wird als Veronika dem erschöpften Jesus Christus auf dem Kreuzweg das Schweißtuch reichen. Elisa (8) aus Allrath wird als Soldat mit braunem Umhang den Gefangengenommenen bewachen und das rund 1,20 Meter hohe Kreuz aufrichten. Insgesamt 15 Mädchen und Jungen im Alter von acht bis neun Jahren führen am kommenden Samstag, 19. März, am Tag vor Palmsonntag, im Rahmen des Gottesdienstes die Passionsspiele vor und in der Barrensteiner Pfarrkirche St. Nikolaus auf.

Zum dritten Mal werden die Tage von Jesus Christus vom Abendmahl bis zur Kreuzigung und Auferstehung einstudiert. "Zu Weihnachten sind zahlreiche Krippenspiele zu sehen, zum Osterfest gibt es in unserer Region aber viel weniger Spiele. Darum haben wir uns in der Pfarreiengemeinschaft Vollrather Höher zur Aufführung der Passionsspiele entschlossen, erzählt Pfarrvikar Bernhard Seither. "Dabei handelt es sich um ein Projekt im Rahmen der Erstkommunion-Vorbereitung", erklärt Bernhard Seither weiter. "Die Kinder sind begeistert dabei."

Die Jungen und Mädchen stanmen aus den sechs Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft, seit fünf Wochen wird in der Barrensteiner Kirche geprobt. Die acht Jahre alte Marie spielt die Muttergottes Maria. "Am Kreuz muss ich traurig gucken", sagt sie. "Die Kostüme sind selbst gemacht oder werden von den Sternsingern übernommen und umfunktioniert", erzählt Seither. Die Texte werden vorgelesen.

Auch Eltern machen mit, bauen beispielsweise das Bühnenbild um. "Bei der Abendmahlszene sitzen die Kinder auf Kissen um einen Tisch, und für die Szene mit dem römischen Statthalter Pontius Pilatus wird eine Art Thron aufgestellt", so der Pfarrvikar.

Eines jedoch fehlte bislang bei den Barrensteiner Passionsspielen - ein Esel. Diese Lücke wird in diesem Jahr geschlossen, auch wenn es sich um keinen Vierbeiner aus Fleisch und Blut handelt. "Das "Tier" wurde in der Holzwerkstatt des AHG Therapiezentrums Haus Welchenberg in Neuenhausen gefertigt. "Das war schon ein besonderer Auftrag", erzählt Jürgen Hoeveler, Arbeitstherapeut im Haus Welchenberg. In der Werkstatt arbeiten 13 suchtkranke Menschen. Die Aufgabe dort hilft, wieder ein Leben mit einem strukturierten Tagesablauf zu führen. "Und sie schöpfen aus ihrer Arbeit ganz viel Kraft, gewinnen an Selbstbewusstsein", berichtet Hoeveler.

In der Holzwerkstatt auf dem Welchenberg entstehen hübsche Dekoartikel, Vogelhäuschen, Spielzeug und anders, die Sachen werden bei vier Basaren verkauft werden. Aber auch Schulen, Kindergärten und andere sind Auftraggeber.

In mehreren Tagen haben zwei der Beschäftigten den Esel mit der darauf sitzenden Jesus-Figur aus einer großen Sperrholzplatte ausgesägt, die Konstruktion verstärkt und dann bunt bemalt. Das immerhin 1,80 Meter große Werk wurde zudem auf vier große Rollen gestellt, damit es am Samstag kommender Woche bequem in die Kirche gerollt werden kann.

Quelle: NGZ
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