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Grevenbroich
170 Meter Risse in St. Sebastianus beseitigt

Grevenbroich: 170 Meter Risse in St. Sebastianus beseitigt
Elf Meter hohe Gerüste bestimmen derzeit das Bild in der Hülchrather Pfarrkirche. Die Sanierungsarbeiten werden erst im Januar abgeschlossen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Die Arbeiten in der Hüchrather Pfarrkirche dauern länger als geplant. Weihnachten soll es einen Steh-Gottesdienst ohne Bänke geben. Von Vom Carsten Sommerfeld

Kaum wiederzuerkennen ist das Innere der Hülchrather Pfarrkirche St. Sebastianus. Elf Meter hoch reichen Gerüste bis fast unter die Kirchendecke. Der Altar ist in Kunststoff-Folie verpackt. Seit Ende September laufen die Sanierungsarbeiten im 1911/12 errichteten Gotteshaus. Eigentlich sollten sie vor dem Weihnachtsfest abgeschlossen sein, doch der Aufwand erwies sich größer als erwartet. "Ende Januar kann die Kirche wieder genutzt werden", kündigt Horst Beerscht (78) an. Der Architekt aus Münchrath betreut das Sanierungsprojekt. "Geplant ist aber, dass wir am ersten Weihnachtsfeiertag hier in der Kirche einen Gottesdienst halten - ohne die Bänke im Stehen."

Ein Grund für Verzögerungen: Deutlich mehr Risse als erwartet mussten in den Gewölben und im Mauerwerk beseitigt werden. "Wir hatten die Behebung von 60 Metern Risse in Auftrag gegeben, doch daraus wurden dann 170 Meter", schildert der für den Umbau zuständige Architekt. "Manche Risse waren anderthalb bis zwei Meter lang." Etliche Schäden hoch oben waren vom Boden aus nicht zu sehen, die Handwerker entdeckten sie erst vom Gerüst aus.

Ursache der Schäden in dem 105 Jahre alten Gotteshaus waren zum einen laut Horst Beerscht "normale Setzbewegungen, ein Gebäude lebt." Zum anderen habe das schwere Erdbeben vom April 1992 seinen Teil dazu beigetragen.

Im Hauptschiff waren, wie der Architekt erläutert, Gewölbe in der Mitte gerissen. "Das war ein statisches Problem." Diese Schäden wurden verpresst, die anderen mit Spezialmörtel beseitigt. In einem Seitenschiff mussten die Handwerker zudem wegen Feuchtigkeit mehrere Stellen behandeln.

Mittlerweile hat das Gotteshaus bereits einen neuen Grundanstrich erhalten. "Die Wände werden weiß, die Gewölbe altweiß gestrichen. Die Bögen werden in hellgrau als Quader abgesetzt", erklärt der Architekt das Farbkonzept. Weitere Arbeiten stehen an: Mehrere farbige Fenster müssen ausgebessert werden, ebenso Teile des Mosaiks im Altarraum.

In der ersten Dezember-Woche soll das Gerüst im Kirchenraum wieder abgebaut werden. Doch danach sind noch weitere Streich-Arbeiten im Kirchenraum und in der Sakristei zu erledigen. Zum Schluss müssen die Kirchenbänke wieder montiert werden, "jede einzelne Bank muss verschraubt werden", sagt Horst Beerscht.

Bis zur Fertigstellung trifft sich die Gemeinde, mit Ausnahme am ersten Weihnachtsfeiertag, im Sebastianushaus nebenan zu den Gottesdiensten. "In dem Raum dort herrscht eine gute Atmosphäre", weiß der Münchrather.

Die Kosten für die Sanierung warden mit rund 110.000 Euro veranschlagt worden. Einen Großteil davon trägt das Erzbistum in Köln. Die Beseitigung der Risse sei 10.000 Euro teurer als vorgesehen. Horst Beerscht hofft aber, dass diese Mehrkosten im Budget aufgefangen werden können.

Wenn der Kirchenraum in neuem Glanz erstrahlt, muss die Kirchengemeinde noch auf die bestellte neue Orgel warten. Das im September bei der Firma Weimbs in der Eifel bestellte Musikinstrument soll 2018/19 in St. Sebastianus aufgestellt werden.

Quelle: NGZ
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