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Grevenbroich
20 Millionen Euro für die Autobahn 540

Grevenbroich: 20 Millionen Euro für die Autobahn 540
Die Absperrung für den ersten Bauabschnitt steht bereits, die A 540 wird dieses und nächstes Jahr grundlegend saniert. FOTO: A, Tinter
Grevenbroich. Auf der A 540 sind die ersten Arbeiten für die Grund-Sanierung der 40 Jahre alten Autobahn angelaufen. Straßen NRW investiert 20 Millionen Euro. Eine Lärmschutzwand gibt es nicht, wohl aber einen lärmmindernden Fahrbahnbelag. Von Carsten Sommerfeld

Wer mit hohem Tempo in Höhe des Bends über die Autobahn 540 fährt, spürt unter sich deutlich die unebene Fahrbahn. Die Straße ist in die Jahre gekommen - und wird nun gründlich saniert. Die Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt haben begonnen. Der größte Teil der Erneuerungsarbeiten soll 2017 starten. Insgesamt investiert der Landesbetrieb Straßen NRW 20 Millionen Euro.

"Die A 540 ist zwischen 1975 und 1978 errichtet worden - und damit rund 40 Jahre alt", erklärt Norbert Cleve, Sprecher des Landesbetriebs in Krefeld. "Die Straße weist Schäden auf, auf einigen Abschnitten haben wir bereits repariert. Nun steht eine grundhafte Erneuerung an." Das bedeutet, dass die gesamte, "etwa 70 Zentimeter tief reichende Fahrbahn herauskommt und neu gebaut wird", schildert Cleve. Auch Entwässerungsanlagen und Schutzplanken sollen erneuert werden.

Davon ausgenommen ist der Abschnitt zwischen Jüchen und der Anschlussstelle Gustorf. "Wegen des Braunkohletagebaus war die A 540 dort sechs Jahre lang abgebaggert", erklärt Cleve. Ende 1997 wurde die Lücke wieder geschlossen, dieses Teilstück befindet sich laut Straßen NRW noch in einem guten Zustand.

Eine schlechte Nachricht für Anwohner: Lärmschutz, etwa eine Wand wie an der Autobahn 46, wird es nicht geben. Seit Jahren fordern Anrainer einen Schutz. Straßen NRW stellt daraufhin Berechnungen an. "Die haben ergeben, dass die Lärmwerte unter denen liegen, ab denen ein aktiver oder passiver Lärmschutz erforderlich ist", erläutert Norbert Cleve. Ein Trost: Die Autobahn soll einen lärmmindernden "Splittmastix-Belag" erhalten, der die Geräuschentwicklung um etwa zwei Dezibel senkt. Dabei handelt es sich aber nicht um sogenannten "Flüsterasphalt". Der würde den Lärm zwar weiter reduzieren, ist "aber nicht so haltbar", wie Norbert Cleve erklärt.

Auf Lärmschutz legen Anwohner auch Wert, weil sie in den kommenden Jahren mit mehr Verkehr rechnen. An der Grenze zwischen Jüchen und Grevenbroich soll ein interkommunales Gewerbegebiet entstehen, in der Nachbarschaft zudem ein Container-Terminal. Und am anderen Ende der Autobahn ist die Ortsumgehung Allrath als Teil der B 59n in den Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen worden, somit entsteht eine gut ausgebaute Straßenverbindung zwischen den Räumen Mönchengladbach und Köln. Nach Auskunft von Gerlinde Quack von Straßen NRW steht die A 540-Sanierung aber nicht im Zusammenhang mit den Plänen für die B 59n.

Saniert wird in mehreren Etappen. Vor zwei Jahren hatte Straßen NRW angekündigt, dass die Grundinstandsetzung aufs Jahr 2019 verschoben werde. Nun kommen die Baumaschinen doch bereits früher. Zunächst wird jetzt zwischen den Anschlussstellen Frimmersdorf und Gustorf in Fahrtrichtung Jüchen auf circa drei Kilometern die Fahrbahn erneuert. Bis zum 8. Oktober wird auf der rechten Fahrbahnhälfte gearbeitet. Dabei wird die Aus- und Auffahrt der Anschlussstelle Gustorf in Richtung Jüchen gesperrt, eine Umleitung wird ausgeschildert. Zudem wird - bereits mit Blick auf die weitere Sanierung - die Standspur dort verstärkt. "Das ermöglicht uns, 2017 den gesamten Verkehr in einer sogenannten 4:0-Führung auf eine Fahrbahnseite zu legen und auf der anderen zu arbeiten", sagt Cleve. Ab 10. Oktober wird bis Mitte November auf der linken Fahrbahnhälfte in Richtung Jüchen gearbeitet. Der Baubeginn für die weitere Sanierung 2017 stehe noch nicht fest.

Quelle: NGZ
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