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Grevenbroich
25 Jahre Brauhaus Porz: Pächter verlängern Vertrag für fünf Jahre

Grevenbroich: 25 Jahre Brauhaus Porz: Pächter verlängern Vertrag für fünf Jahre
Nadja Chramzowa und Ulrich Vogt feiern 25 Jahre Brauhaus Porz und haben den Pachtvertrag um weitere fünf Jahre verlängert. FOTO: Berns, Lothar
Grevenbroich. Haus Porz bleibt trotz Frankenheim-Brauausschank trotz Umsatzeinbußen in der Gastronomie. Von Gundhild Tillmanns

Silberjubiläum feiert Wirtin Nadja Chramzowa jetzt mit und in "ihrem" Haus Porz. Sie war vor 25 Jahren als Erste mit dabei, als das denkmalgeschützte Haus am Markt zur Gaststätte mit Frankenheim-Brauausschank wurde. Da sprach die gebürtige Russin aus dem Ural, die in ihrer Heimat als Ärztin gearbeitet hatte, noch kaum Deutsch. Doch sie lernte schnell und merkte: "Die Gastronomie liegt mir auch, ich fühle mich hier zu Hause", sagt sie heute.

Nach schwierigem Start wurde die heute 58-Jährige bald Oberkellnerin. Und als die Vorpächter aufgaben, da übernahm sie im Jahr 2006 kurzerhand das Traditionsgasthaus gemeinsam mit dem gelernten Koch Ulrich Vogt. Der Gleichaltrige war bereits seit 1999 in Haus Porz beschäftigt und blickt mittlerweile auf 40 Jahre Berufserfahrung zurück.

Besonderheit von Haus Porz ist die denkmalgeschützte Fassade, sind aber auch die historischen Räume. Sie sind mit alten Originalrequisiten aus der Frankenheim-Brauerei geschmückt. Ein Sudkessel gehört ebenso dazu, wie ein alter Feuerlöscher aus der Brauerei. Eine Sammlung von Zapfhähnen an den Wänden und vor allem die Galerie der Schützenkönigspaare geben dem Gastraum ein besonderes Ambiente. "Hier fühlen sich auch die Stammtische sehr wohl", berichten die Pächter. Die Gerichte sind das, was gemeinhin unter "gut bürgerlich" rangiert, eben Brauhausspezialitäten. "Wir bieten auf Bestellung aber sogar auch eine vegane oder vegetarische Brauhausplatte an", sagt der Koch. Das komme vor allem bei Gesellschaften vor, wenn zum Beispiel Ehejubiläum oder Kommunion in Haus Porz gefeiert werde. Der Mittagstisch sei gut besucht, von Geschäftsleuten oder Mitarbeitern aus dem Rathaus, oder auch von Senioren. Und abends bleibt die Küche bis 23 Uhr warm: "So kommen wir auf eine Sieben-Tage-Woche mit 13 Arbeitsstunden pro Tag", rechnet Ulrich Vogt vor. Zwar gebe es auch freie Tage oder Urlaub, wenn man sich von den Mitarbeitern vertreten lasse. Dennoch sei die Gastronomie in den vergangenen Jahren zunehmend durch Umsatzrückgänge und Mehrarbeit bestimmt, weil man am Personal sparen müsse.

"Das Nichtraucherschutzgesetz hat uns mindestens 25 Prozent Umsatz gekostet", sagt Vogt und nennt ein Beispiel: "Leute, die früher dreimal die Woche kamen und immer zehn Bier tranken, kommen heute noch einmal und trinken maximal drei Bier. Dann müssen sie rauchen und gehen wieder." Zu spüren bekomme das Haus Porz außerdem die vielen Geschäftsleerstände in der Innenstadt, fügt Nadja Chramzowa hinzu. Der Attraktivitätsverlust der Innenstadt habe auch Auswirkungen auf die Gastronomie. Doch es geht weiter. "Wir haben gerade den Pachtvertrag auf weitere fünf Jahre verlängert", berichten die Gastwirte. Außerdem haben sie selbst und die Frankeinheim-Brauerei investiert. Denn zuletzt hatte die Stadt Grevenbroich, das in ihrem Besitz befindliche, Haus Porz im Jahr 2005 umfangreich saniert.

Quelle: NGZ
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