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Grevenbroich
300 Flüchtlinge ziehen in die BBZ-Dreifachhalle

Grevenbroich. Krisenteam arbeitet unter Hochdruck: Bis Montag um 11 Uhr müssen Schlaf- und Essensräume geschaffen werden. Von Wiljo Piel

Der Rhein-Kreis muss schnell handeln: Ab Montag werden 300 Asylbewerber erwartet, dafür müssen Unterkünfte geschaffen werden. Die Frauen, Männer und Kinder werden in den Turnhallen des Berufsbildungszentrums (BBZ) an der Bergheimer Straße ein Notquartier beziehen. Bis 11 Uhr müssen nicht nur die Betten bereitstehen, auch die Betreuung und Versorgung der Menschen muss bis dahin gewährleistet sein. Das verlangt eine Eilverfügung der Bezirksregierung Düsseldorf, die gestern beim Rhein-Kreis eingetroffen ist.

Seither arbeitet ein von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke eingesetztes Krisenteam unter der Leitung von Kreisdirektor Dirk Brügge unter Hochdruck an der Umsetzung. "Es müssen ausreichend Betten und Sichtschutze organisiert werden, ebenso die Mahlzeiten sowie Dinge des täglichen Bedarfs - von der Zahncreme bis hin zur Babywindel", sagte Kreissprecher Harald Vieten gegenüber unserer Redaktion. Die Stadt Grevenbroich und die Sportvereine, die die Hallen nutzen, wurden bereits informiert. Zudem erhalten die unmittelbar angrenzenden Anwohner ein Infoschreiben des Rhein-Kreises. Voraussichtlich wird es am Montag auch zu Einschränkungen auf den Parkplätzen des Berufsbildungszentrums kommen. "Wir bitten alle - die Anwohner, insbesondere auch die Vereine und Bürger - um Verständnis für diese Notmaßnahme", betonte Dirk Brügge. Von Sachspenden bittet die Kreisverwaltung zunächst abzusehen.

Nach der Verfügung der Bezirksregierung müssen die Dreifachturnhalle und deren Vorhalle zunächst bis Februar 2016 als Notunterkunft vorgehalten werden. "Zurzeit suchen wir im Rhein-Kreis nach weiteren Immobilien, die ebenfalls als Quartiere für Flüchtlinge genutzt werden können", sagte Vieten.

Heute und morgen werden die BBZ-Gebäude eingerichtet, unter anderem mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes. In der großen Halle werden Wohn- und Schlafplätze aufgebaut, die kleine Vorhalle ist für die Essensausgabe und als Aufenthaltsraum vorgesehen. Es gebe ausreichend Sanitäranlagen, erklärte Harald Vieten: "Zum Glück sind dort auch Einzelduschen vorhanden."

Der Grevenbroicher Sportdezernent Michael Heesch hat gestern die Vereine darüber verständigt, dass ab sofort kein Training in den Hallen des Berufsbildungszentrums mehr möglich ist. Betroffen sind unter anderem die "Elephants"-Basketballer, aber auch der Turnklub, der TuS, der FC Süd und der TV Jahn Kapellen. "Insgesamt werden 83 Stunden pro Woche für den Vereinssport ausfallen", sagte Heesch. Zurzeit sei nicht zu erkennen, dass die Stadt Alternativen anbieten könne.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erklärte gestern in einer Pressemitteilung, dass die Städte und Gemeinden bereits Enormes für die Flüchtlinge geleistet hätten. Der Kreis wolle die Kommunen nicht weiter belasten, daher greife er jetzt auf seine eigene Einrichtung in Grevenbroich zurück.

Quelle: NGZ
 
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