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Streifen in Grevenbroich
"Absolut fragwürdige Maßnahme"

Streifen in Grevenbroich: "Absolut fragwürdige Maßnahme"
Viele Grevenbroicher bewerten die neuen Streifen kritisch. FOTO: L. BERns
Grevenbroich. Die 20.000 Euro teuren Streifen auf der Karl-Oberbach-Straße werden von vielen Bürgern kritisch bewertet. Vorwurf: Die Stadt hat Geld verschwendet. Von Wiljo Piel

Auf Facebook erntet die Neugestaltung der Karl-Oberbach-Straße weitgehend Häme. "Dachte schon, da wäre ein Praktikant am Werk gewesen und hat den Zebrastreifen falschrum gemacht", postet ein User. Was vergleichsweise noch liebevoll ausgedrückt ist. Zum großen Teil wird der Stadt Geldverschwendung vorgeworfen.

Das sieht auch NGZ-Leser Helmut Weitz so, der auf einen Aufruf unserer Redaktion reagierte. "Es ist verantwortungslos, so mit Steuergeldern umzugehen", schreibt er. Die Straßenmarkierungen seien städtebaulich "absolut keine Lösung" - denn: "Die Streifen sind in wenigen Wochen so verschmutzt, dass sie nicht einmal mehr wahrgenommen werden", meint Weitz. Gepflegt würden sie später auch nicht mehr. "Dann heißt es wieder: ,Grevenbroich ist hoch verschuldet'."

Überhaupt hat Weitz den Eindruck, dass die Stadt das Geld an den unwichtigsten Stellen "sinnlos verbrennt" - etwa für den den Hybridrasen im Schlossstadion oder die Planungen für eine breitere Brücke am Flutgraben. Es gebe wichtigere Dinge, die es anzupacken gelte - marode Straßen und Gehwege sowie sanierungsbedürftige Kindergärten und Schulen. Weitz: "Ich frage mich: Was haben wir für Entscheider in unserem Rathaus?"

Auch Leser Jürgen Schweimler hält die Streifen auf der Karl-Oberbach-Straße für "eine absolut fragwürdige und unnötige Maßnahme", deren Sinn und Nutzen dem Bürger der Haushaltssicherungsstadt kaum zu vermitteln sei. "Auch Landesgelder sind Steuergelder und sollten nicht für derartigen Unsinn ,verbraten' werden", mahnt Schweimler. Das Geld hätte besser in wichtigere Projekte wie die dringend nötige Fahrbahnsanierung auf der Montanusstraße investiert werden sollen.

Einen anderen Vorschlag hat Ingetraud Ahrens: Das auf der Karl-Oberbach-Straße verbaute Material hätte man lieber für einen schmalen Randstreifen auf der holprigen Schlossstraße nutzen sollen: "Damit wäre sie für Rollator- und Rollstuhlfahrer besser befahrbar." Ahrens nutze selbst einen Rollator und meide das Kopfsteinpflaster dort. "Ein normaler Zebrastreifen", sagt sie, hätte es am Überweg zwischen City und Schloss auch getan. Das meint auch Günter Köster, der der Stadt vorwirft "mal wieder Landesmittel verbraten" zu haben. Der zu zahlende Eigenanteil erhöhe erneut die städtischen Schulden.

Quelle: NGZ
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