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Grevenbroich
Ägypter hat in Varius-Werkstätten eine Zukunftsperspektive erhalten

Grevenbroich: Ägypter hat in Varius-Werkstätten eine Zukunftsperspektive erhalten
Amr Keshk hat eine Ausbildung bei den Varius-Werstkätten begonnen. FOTO: Lebenshilfe
Grevenbroich. Mit vereinten Kräften ist es gelungen: Amr Keshk, Flüchtling aus Ägypten, hat eine Ausbildung bei den Varius-Werkstätten begonnen - sonst hätte er Deutschland verlassen müssen. Nun hat er in Grevenbroich und für seine Zukunft gefunden. Amr Keshk absolviert eine Ausbildung zum Sozialassistenten in der Betriebsstätte Deelen der Varius-Werkstätten.

Seit Februar 2016 ist er in Deutschland, ein halbes Jahr später wurde er nach Grevenbroich geschickt. Zunächst arbeitete er als Fotograf bei einem Projekt über Flüchtlinge in Bonn mit, danach hat er kurzzeitig keine Beschäftigung mehr. "Ich bin niemand, der nur herumsitzen kann", sagt Amr Keshk, der in Alexandria zwei Jahre Jura studiert hat, bevor er flüchtete - aus politischen Gründen, wie er sagt, fliehen musste.

Beim Sozialamt in Grevenbroich wurde er gefragt, ob er sich ein Praktikum bei den Varius-Werkstätten vorstellen könnte. "Ich hatte keine Ahnung, was Varius ist, habe mich auf deren Homepage informiert und sofort zugesagt." Amr Keshk absolvierte das sechsmonatige Praktikum in der Abteilung Schreinerei. Die Arbeit gefiel ihm gut, auch mit den Mitarbeitern kommt er bestens zurecht: "Obwohl ich nur schlecht deutsch gesprochen habe, wurde ich von allen akzeptiert und sehr freundlich aufgenommen."

Doch nach vier Monaten erreichte ihn eine schlechte Nachricht: Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Ein Anwalt rät ihm, in ein Ausbildungsverhältnis zu wechseln, damit sich seine Chancen erhöhen, bleiben zu dürfen. Sowohl die Leiter der Schreinerei, die Varius-Geschäftsführung und die Caritas setzten sich für den Ägypter ein. Eine Hürde waren die geforderten Sprachkenntnisse. "Also habe ich zwei Monate auf eigene Kosten einen Sprachkurs in Düsseldorf besucht", berichtet Amr Keshk. " Mit Erfolg, er konnte die Ausbildung beginnen. An zwei Tagen in der Woche arbeitet er seitdem in der Betriebsstätte Deelen.

"Ich fühle mich dort sehr wohl, ich glaube auch, dass ich mit Menschen mit Behinderung gut umgehen kann, ich nehme jeden einfach so, wie er ist", sagt Amr Keshk. An drei Tagen in der Woche besucht er die Berufsschule Hephata in Mönchengladbach.

Amr Keshk lebt in einem Flüchtlingsheim in Frimmersdorf, bewohnt mit fünf anderen Geflüchteten ein Zimmer. Nun hofft er, dass er in Deutschland bleiben darf, zurzeit wird er nur geduldet. Um seine Chancen zu verbessern, möchte Amr Keshk noch besser Deutsch lernen. Und was sind seine Wünsche für die Zukunft? Er zögert kurz. "Es wäre schon ein großes Ziel, irgendwann ein eigenes Zimmer oder sogar eine eigene Wohnung zu haben.

Quelle: NGZ
 
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