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Grevenbroich
Ärger um neues Sportstätten-Konzept

Grevenbroich. Die SPD will 30.000 Euro für einen Gutachter-Auftrag einsparen. Anders die CDU: Das Geld ist gut investiert, sagt Sportausschuss-Chef Schillings.

Wie werden sich die Grevenbroicher Sportstätten in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln? Welche müssen verbessert, welche gegebenenfalls geschlossen werden? Welche Vereine sollten fusionieren, und wo könnten Plätze zusammengelegt werden? Antworten auf diese Fragen soll ein Sportstättenkonzept geben, das der Erste Beigeordnete Michael Heesch in Auftrag geben möchte. Bis zu 30.000 Euro will er in den Rat von Experten investieren - eine Ausgabe, die nicht unumstritten ist.

Die SPD will den Posten jetzt ganz aus dem Haushaltsplan für 2016 streichen. Bereits 2008 hatten Gutachter eine Sportstätten-Analyse erstellt; sie bildete laut Stadt auch die Grundlage für die Sanierung der Fußballanlagen in Kapellen, Elfgen und Neukirchen. Das von Michael Heesch geplante neue Konzept soll einen Schritt weitergehen: Bezog sich das erste Gutachten ausschließlich auf die Plätze, sollen nun auch die Gebäude inklusive Umkleiden und Sanitäranlagen bewertet werden.

Und: Auch die Struktur der Vereine will der Sportdezernent untersuchen lassen, vor allem mit Blick auf den demografischen Wandel. Das Gesamtkonzept soll letztlich auch die zentrale Frage beantworten: Wo können die ohnehin knappen Finanzmittel künftig effektiv eingesetzt werden? "Ein solches Konzept ist wichtig für die weitere Planung im Sportbereich", sagt jetzt SPD-Fraktionsvize Daniel Rinkert. Er kritisiert jedoch, dass für ein solches Gutachten teure externe Experten eingesetzt werden sollen.

"Diese Arbeit lässt sich auch mit internen Kräften erledigen, etwa in Zusammenarbeit von Sportamt und Stadtplanung", meint er. Zudem sei es aus Sicht der SPD kaum sinnvoll, rund 30.000 Euro für Ergebnisse von Gutachtern auszugeben, "die nachher niemand politisch beschließen möchte". Rinkert spielt damit auf die im Sportstätten-Entwicklungsplan von 2008 vorgeschlagene zentrale Anlage in der Nähe des Bahnübergangs Zweifaltern an, die gemeinsam von den Vereinen aus Wevelinghoven, Kapellen und Hemmerden genutzt werden sollte - und an die sich bis heute niemand herangetraut hat.

Dass aber in Zukunft auch unbequeme Entscheidungen getroffen werden müssen, davon ist Sportausschussvorsitzender Friedhelm Schillings (CDU) überzeugt. "Viele Vereine haben heute schon nicht mehr ausreichend Jugendmannschaften. Über kurz oder lang werden wir daher mit ihnen über die Zusammenlegung von Sportstätten im Stadtgebiet reden müssen, in einem zweiten Schritt auch über die Fusion von Vereinen." Schillings hält die von Michael Heesch angemeldeten 30.

000 Euro für "gut investiertes Geld", damit Weichen "zum Wohle des Sports" gestellt werden können. "Die Verwaltung hat vom Personal her nicht die Kapazitäten, um ein solches Gutachten leisten zu können", meint der Vorsitzende. Zudem würden externe Gutachter mit einem "anderen Blick" als Verwaltungsmitarbeiter an die Arbeit herangehen. Was Schillings wundert: "Der Sportausschuss war der Meinung, dass wir diesen Weg gehen sollen.

Die Forderung der SPD überrascht mich." Der Antrag wird bei den Etatberatungen am Donnerstag, 19. November, behandelt. Wiljo Piel

Quelle: NGZ
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