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Taxifahrer in Grevenbroich überfallen
"Als der Fahrer ausstieg, stürzten sich die Täter auf ihn"

Taxifahrer in Grevenbroich überfallen: "Als der Fahrer ausstieg, stürzten sich die Täter auf ihn"
Die Angst, überfallen zu werden, ist bei Taxifahrern immer präsent. FOTO: Ulrich Schütz
Grevenbroich. In Grevenbroich ist ein Taxifahrer mit einer Schusswaffe und einem Baseballschläger bedroht und ausgebraubt worden. Der Mann gab widerstandslos seine Wertsachen raus und blieb deshalb unverletzt. Damit hat er sich laut Polizei genau richtig verhalten. Von Julia Hagenacker

Taxi-Unternehmer Steven Sürder ist noch immer geschockt. In der Nacht zu Mittwoch wurde einer seiner Fahrer in der Südstadt überfallen. Zwei der vier Täter waren bewaffnet: einer mit einer Schusswaffe und einer mit einem Baseballschläger. Die Räuber haben ihr 65 Jahre altes Opfer auf den Boden gedrückt, bedroht und ihm eine Höllenangst eingejagt - für eine schwarze Geldbörse und eine Armbanduhr. Damit sind sie entkommen. Der Taxifahrer blieb körperlich unverletzt.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hatte er gegen 1.30 Uhr über seine Zentrale den Auftrag erhalten, zur Kurt-Huber-Straße zu fahren, um dort einen Fahrgast aufzunehmen. Steven Sürder, der am Tag danach mit seinem Mitarbeiter sprechen konnte, sagt, es habe an diesem Abend zwei Taxi-Bestellungen zur selben Adresse gegeben: "Beim ersten Mal ist unser Fahrer nicht ausgestiegen und wieder gefahren, als kein Fahrgast kam. Er hat dann eine andere Tour übernommen und wurde von der Zentrale anschließend noch einmal zur Kurt-Huber-Straße geschickt. Beim zweiten Mal ist er ausgestiegen, um zu klingeln - da haben sich die Täter auf ihn gestürzt." Während zwei aus der Gruppe den Fahrer bedrohten, durchsuchten die anderen beiden das Taxi. Anschließend flüchtete das Quartett zu Fuß über die Kurt-Huber-Straße in Richtung Kirche und Schule. Der 65-Jährige fuhr daraufhin sofort zur Polizeiwache in Grevenbroich und meldete den Vorfall.

Taxi-Unternehmer Steven Sürder ist geschockt von dem Überfall auf seinen Mitarbeiter. FOTO: Staniek

"Der Taxifahrer hat sich in diesem Fall genau richtig verhalten: Er hat nicht versucht, den Helden zu spielen und sich zur Wehr zu setzen, sondern das an Materiellem herausgegeben, was er dabeihatte und sich dann in Sicherheit gebracht", sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel. "Wenn man mit einer Waffe bedroht wird und wie in diesem Fall keine Chance hat, der Situation von vorne herein aus dem Weg zu gehen, dann gibt es kaum anderen Weg - der Aktionsradius in einem Auto ist ohnehin begrenzt."

Die meisten Taxifahrer, sagt die Polizistin, seien da gut informiert und wüssten das. Grundsätzlich, betont Dässel, gebe es aber auch immer die Möglichkeit, sich bei der Präventionsstelle der Polizei Tipps zu holen. "Taxifahrer stehen ja, genauso wie Polizisten, vor der Situation, zu einem Ort gerufen zu werden, von dem sie nicht genau wissen, was sie dort erwartet. Deshalb ist es wichtig, aufmerksam zu sein und die Umgebung im Blick zu halten."

Davon, dass sich Taxifahrer selbst bewaffnen, um sich im Notfall wehren zu können, rät die Polizeisprecherin dagegen ab. Denn: "Wer im Umgang mit einer Waffe nicht geübt ist, bei dem besteht immer die Gefahr, dass der Angreifer den Spieß umdreht, dem Opfer die Waffe abnimmt und dann selbst einsetzt", sagt sie. Taxi-Unternehmer Steven Sürder hofft jetzt, dass die Tat schnell aufgeklärt wird. "Wir haben eine hochmoderne Taxi-Zentrale, über die alle Anrufe aufgezeichnet werden", sagt er. "Das hilft jetzt womöglich bei der Ermittlung."

Quelle: NGZ