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Jüchen
Alt-Bürgermeister diskutieren über den Braunkohletagebau

Jüchen. Vierzig Jahre alt ist die Gemeinde Jüchen - und in dieser Zeit hat ein Thema die Entwicklung in der Gemeinde geprägt: der Braunkohletagebau. Der wird auch in den kommenden Jahrzehnten Thema bleiben. Das wurde beim Treffen von Bürgermeister Harald Zillikens mit seinen Amtsvorgängern Peter Giesen (1975-1989), Rudi Schmitz (1994-2004) und Margarete Kranz (2004-2009) deutlich. Lediglich Alt-Bürgermeister Alois Holzner fehlte in der Runde.

"Als ich 1951 als Lehrer in Garz-weiler anfing, wusste ich noch gar nicht, was ein Tagebau ist", erklärte Ehren-Bürgermeister Peter Giesen. Das sollte sich schnell ändern. Ein Jahr später lud er als CDU-Vorsitzender zu einer Bürgerversammlung zum Thema ein. Er und seine Nachfolger gestalteten die Umsiedlung mit, beobachten die Entwicklung bis heute. "Die Leitentscheidung der Landesregierung zum Tagebau Garzweiler steht noch aus. Die Bewohner von Holzweiler wollen Gewissheit, was mit ihrem Ort und dem Umfeld geschieht, so kann man mit Menschen nicht umgehen", schimpft Rudi Schmitz.

Die Umsiedlung tausender Menschen in Jüchen ist abgeschlossen. Immer mehr geht es um die Frage, wie die Zeit ohne Tagebau aussehen wird. "Es ist nicht immer einfach, Entscheidungen zu vermitteln, die für kommende Jahrzehnte getroffen werden müssen", sagt Margarete Kranz, die heute Umsiedlungsbeauftragte des Landes ist. Und Zillikens erklärt: "Wir müssen jetzt handeln, damit uns in 30 Jahren nicht vorgeworfen wird, wir hätten nichts getan." Die Zeit nach dem Tagebau hat längst begonnen. Die vier Windräder auf Rekultivierungsgebiet sind ein Beispiel, Pläne fürs gemeinsame Gewerbegebiet mit Grevenbroich sowie für die "Grüne Fuge", ein Grünzug vom Elsbachtal bis zur Niers, weitere. Jüchen hat mit Titz, Erkelenz und Mönchengladbach einen Planungsverbund gebildet, um sich auszutauschen. Hat die Gemeinde Chancen auf weitere Gewerbe- und Siedlungsgebiete im Rekultivierungsgebiet? Noch sind viele Fragen offen. Zillikens macht deutlich, welch lange Zeiträume zu berücksichtigen sind: "Bis der geplante See im heutigen Tagebau vollgelaufen ist, dauert es 45 Jahre."

(cso-)
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