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Grevenbroich
Angler suchen seit 55 Jahren Vereinsheim

Grevenbroich: Angler suchen seit 55 Jahren Vereinsheim
Anglerverein um Vorsitzenden Walter Wassenhoven, Tobias Felkel und Siggi Felkel hoffen auf einen guten Fang - ein Vereinsheim. NGZ-Foto: LB FOTO: Der Grevenbroicher
Grevenbroich. Der Angelverein hat die Stadt um einen Platz im leeren Schneckenhaus gebeten. Doch die Suche nach einem Vereinsheim wird wohl andauern. Von Daniela Buschkamp

Der Angelverein Grevenbroich sucht ein Vereinsheim - und das bereits seit 55 Jahren. Warum das für seine Zukunft wichtig ist: "Wir würden gern unsere Jugendarbeit ausbauen, doch dafür brauchen wir eigene Räume", sagt der Vereinsvorsitzende Walter Wassenhoven (57). Zudem sei das Material bisher bei einzelnen Vereinsmitgliedern untergebracht, das stelle für die Angler allerdings eine unkomfortable Lösung dar. Dabei hatten die Mitglieder gehofft, endlich eine Lösung gefunden zu haben. "Wir wollten eine leer stehende Vogelvoliere im Umweltzentrum Schneckenhaus nutzen und haben bei der Stadt Grevenbroich angefragt", sagt Wassenhoven.

Rathaussprecherin Ines Hammelstein bestätigt den Vorgang sowie den Kontakt zwischen der städtischen Wirtschaftsförderung und den Anglern. "Aus baurechtlichen Gründen konnten wir den Raum leider nicht zur Verfügung stellen", sagt Hammelstein. Dabei wird das Umweltzentrum Schneckenhaus nach der angeordneten Schließung der Wildtierstation kaum noch genutzt. Einzige Ausnahmen sind Veranstaltungen, die Schulen und Kindergärten rund um das "grüne Klassenzimmer" buchen. Im Außenbereich sind nur noch Fische in den Becken zu sehen.

Die Angler um Walter Wassenhoven sind enttäuscht, nachdem sie die Absage von der Stadtverwaltung erhalten haben. Worauf Wassenhoven noch wartet: "Ich würde gern mehr über diese baurechtlichen Gründe erfahren." Diese Erläuterungen würden ihm noch fehlen.

Der Angelverein Grevenbroich wurde im Jahr 1954 gegründet. "Seit den 60er Jahren suchen wir ein Vereinsheim", sagt der aktuelle Vorsitzende. Bereits sein Vorgänger habe sich vergeblich um ein Quartier bemüht. Zurzeit betreiben knapp hundert Menschen dort den Angelsport, dazu gehören sechs Jugendliche. Gern würde Walter Wassenhoven mehr für den Nachwuchs tun. Nicht nur für ihn sei ein Vereinsheim notwendig, sondern auch für die Vorbereitung auf die Fischerei-Prüfung: "Da brauchen wir Platz für bis zu 30 Personen", sagt der Grevenbroicher. Allerdings: Die Suche wird schwierig. "Wir haben den Anglern Alternativen außerhalb der Innenstadt angeboten", erläutert Ines Hammelstein. Doch diese seien abgelehnt worden. Der Verein suche Räume im Zentrum - und dies kostenfrei. "Mit diesen beiden Einschränkungen wird es schwer", meint die Rathaussprecherin.

Dass die Haushaltssicherungskommune Grevenbroich den Anglern helfen könne, hält Hammelstein für unwahrscheinlich: "Wir können auf die Einnahmen nicht verzichten, da Grevenbroich Haushaltssicherungskommune ist. Wir dürften Räume Dritten gar nicht unentgeltlich zur Verfügung stellen." Nach ihrer Kenntnis bezahlen alle Vereine, die städtische Räumlichkeiten dauerhaft nutzen, eine Gebühr beziehungsweise Miete - und zwar in Höhe der Betriebskosten.

Walter Wassenhoven bleibt ganz Angler - und weiterhin geduldig.

Quelle: NGZ
 
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