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Grevenbroich
Anlieger kritisieren Sicherheitsdienst am Bahnhof

Grevenbroich. Frauen-Union veranstaltete Bürgerdialog zum Sicherheitsempfinden. CDU fordert Partnerschaft von Stadt und Polizei. Von Elena Burbach

Müll, Raser, Pöbler - die Situation um den Grevenbroicher Bahnhof herum spitzt sich weiter zu. Anwohner sorgen sich zunehmend um die Lebensqualität und die Sicherheit in ihrem Viertel. Die Frauen-Union unter dem Vorsitz von Maria Becker lud deshalb zu einem Bürgerdialog ins Bistro "RichArt's" am Bahnhof ein.

Die CDU-Vereinigung reagierte damit auf die Ergebnisse ihrer Umfrage zum Sicherheitsempfinden von Frauen in Grevenbroich, die im Rahmen der Aktion "Mehr Licht ins Dunkel - mit Sicherheit" im Februar erhoben wurde. Demnach ist das Gefühl der Unsicherheit insbesondere rund um den Bahnhof am stärksten ausgeprägt. Als Gründe dafür werden vor allem alkoholisierte oder drogenabhängige Menschen aufgeführt, die sich in Gruppen auf dem Vorplatz aufhalten.

Etwa 30 Anlieger folgten daher der Einladung und schilderten teils beunruhigende Szenarien. Dass sich die Situation verschlechtert, führen die Anwohner vor allem auf die örtliche Methadon-Ausgabestelle zurück. Dabei sind sie sich einig, nicht die Abhängigen sind das Problem, sondern ihre Masse und Konzentrierung an einem Ort.

Die im Januar errichtete Außenstelle des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes (OSD) zeige außerdem keine Wirkung, sagte Richard Hütches, Betreiber des Bistros. "Der OSD ist sehr selten hier", sagte er. "Und wenn sie schon hier sind, warum tun sie dann nichts?" Der Gastwirt wies in diesem Zusammenhang auch auf die eingeschränkten Handlungsbefugnisse des städtischen Dienstes hin. Da das Hausrecht bei der Deutschen Bahn liege, dürften die Mitarbeiter im Bahnhofsgebäude nicht einschreiten. Auch die Präsenz der DB-Sicherheit bliebe seit geraumer Zeit aus.

Den Mangel an Sicherheitskräften habe die Union bereits vor Monaten in einem Antrag an die Verwaltung thematisiert, betonte Ratsmitglied Susanne Wasen. Darin sei eine Partnerschaft zwischen OSD-Mitarbeitern und Polizeibeamten in Verbindung mit einer Fahrradstreife vorgeschlagen worden. Somit seien die Einsatzkräfte nicht nur flexibler und können sich im Umfeld schneller bewegen, die Polizei werde dadurch auch entlastet, erklärte Fraktionschef Wolfgang Kaiser. Bislang habe sich diesbezüglich von Seiten der Verwaltung nichts getan.

Auch die Lösung durch einen Sozialarbeiter vor Ort, wurde diskutiert. Eine Idee, die die Landtagsabgeordnete Heike Troles nach Düsseldorf mitnehmen und auf eine Förderung prüfen lassen will.

Quelle: NGZ
 
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