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Grevenbroich
Apfel-Wissen für Grevenbroicher

Grevenbroich: Apfel-Wissen für Grevenbroicher
Im Garten von Rolf Behrens, Sprecher der BUND-Ortsgruppe Grevenbroich, wächst die Sorte "Zuccalmaglio Renette" - sogar im Januar. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Heute ist "Tag des Apfels". Die NGZ hat aus diesem Anlass einige brauchbare Fakten rund um der Deutschen liebstes Kernobst zusammengetragen. Dabei hilft Naturschützer Rolf Behrens von der der BUND-Ortsgruppe Grevenbroich. Von Julia Hagenacker

Der Apfel als solcher, da ist sich Rolf Behrens, Sprecher der BUND-Ortsgruppe Grevenbroich, sicher, wird als Aushängeschild unterschätzt. Statt "Bundeshauptstadt der Energie", findet der 57-Jährige, würde seiner Heimatstadt das Prädikat "Apfelstadt" viel besser stehen. Immerhin: Der Apfel gilt als eines der gesündesten Lebensmittel und ist das Lieblingsobst der Deutschen. Jeder Bundesbürger verputzt durchschnittlich circa 33 Kilo Äpfel im Jahr.

Am heutigen 11. Januar ist dem Apfel deshalb ein Aktionstag gewidmet. Er wurde von den größten Apfel-Erzeugerorganisationen Deutschlands ins Leben gerufen und soll für die Bewahrung der zahlreichen einheimischen Apfelsorten werben. Die NGZ hat einige brauchbare Apfel-Fakten für Grevenbroicher zusammengetragen. Wiese Seit 2008 kümmert sich die BUND-Ortsgruppe um die Pflege der Apfelwiese auf dem Landesgartenschaugelände.

"110 Bäume stehen dort derzeit, alles alte Sorten", sagt Rolf Behrens. Der BUND hat die Pflege übernommen und sorgt für Nachpflanzungen. "Apfelbäume sind Kulturbäume, sie werden zwischen 50 und 100 Jahre alt", erklärt der Experte. Einige der knorrigen Gewächse auf der Grevenbroicher Apfelwiese wurden in den 1950er Jahren gepflanzt. Paten Um die emotionale Bindung zwischen Mensch und Baum beziehungsweise Grevenbroichern und Apfelwiese zu stärken, hat der BUND ein Patenprojekt ins Lebens gerufen.

Einmalig 100 Euro zahlen Baumpaten für ein junges Gehölz ihrer Wahl. "Letztens gab es zum Beispiel Pärchen, das sich die Sorte ,Der blaue Kölner' ausgesucht hat - weil es da einen persönlichen Bezug zur Domstadt gab", berichtet Behrens. Und auch sonst, sagt der Naturschützer, hätten viele Grevenbroicher mittlerweile einen Lieblingsbaum. "Das Gefühl zur Wiese verändert sich dadurch." Sorten Ziel des BUND ist es, auf der Apfelwiese möglichst viele alte Sorten zu erhalten.

"Das gelingt in erster Linie durch den Schnitt", sagt Rolf Behrens. "Wir bieten regelmäßig Schnittkurse an und suchen auch nach alten Grevenbroicher Sorten, die wir dann neu pflanzen." In Behrens eigenem Garten wächst zum Beispiel die Sorte "Zuccalmaglio Renette". "Die Früchte sind klein, goldgelb, aromatisch und hängen in diesem Jahr sogar Anfang Januar noch am Baum", sagt der BUND-Sprecher. "Diese Apfelsorte wurde in Grevenbroich 1878 von Diedrich Uhlhorn aus einem Kreuzungsversuch zwischen Ananasrenette und purpurroter Cousinot gezüchtet und nach seinem Schwiegervater, dem Justizrat und Notar Vincenz von Zuccalmaglio benannt.

" Allergie Rolf Behrens hat beobachtet, dass der Trend beim Apfelkauf in Deutschland wieder mehr in Richtung alte Sorten geht. "Bei der Züchtung neuer Sorten geht es in erster Linie um Geschmack, hohe Erträge und eine niedrige Anfälligkeit für Schädlinge", sagte der Apfelfachmann. "Die alten Sorten, das haben Untersuchungen ergeben, sind aber zum Beispiel für Allergiker sehr viel besser verträglich." Safttag Einmal im Jahr lädt der BUND Grevenbroich zum Safttag auf der Streuobstwiese an der Stadtparkinsel ein.

Dort macht dann das Saftmobil Halt und verarbeitet ungespritzte Früchte zu Apfelsaft. Besucher können auch eigene Äpfel abgeben und auspressen lassen. Rolf Behrens empfiehlt: "Nicht nur sortenreinen Saft pressen, sondern mehrere Sorten. Das gibt den besonderen Geschmack." Aufbewahrung Ein weiterer Experten-Tipp: Äpfel reifen nach und geben dabei das gasförmige Pflanzenhormon Ethylen frei, das auch anderes Obst und Gemüse schneller welken lässt.

Darum, heißt es, sollten Äpfel immer gesondert aufbewahrt werden. Es sei denn, andere Obstsorten wie Bananen sollen schneller reifen, dann ist ein beigelegter Apfel genau das Richtige. Ein kleines Stück Apfel unter der Käseglocke hilft übrigens auch dabei, dass der Käse schön saftig bleibt und nicht austrocknet.

Quelle: NGZ
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