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Grevenbroich
Architektin berät bei Fassadensanierung

Grevenbroich: Architektin berät bei Fassadensanierung
Das "Sanierungsteam": Architektin Birgit Hethke (v.r.), Dorothea Rendell und Knud Gerdes aus dem Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Die Stadt hat ein Hof- und Fassadenprogramm für das Bahnhofsquartier, die Kerninnenstadt und das Montzviertel aufgelegt. Wer als Hauseigentümer Geld aus dem Fördertopf haben will, kommt nicht an Birgit Hethke vorbei. Von Julia Hagenacker

Fassaden, heißt es, sind das Gesicht einer Stadt. Was Sinn ergibt, denn genau wie ein in die Jahre gekommenes Antlitz braucht ein Haus, das zum Beispiel, wie es in Grevenbroich häufig der Fall ist, aus der Gründerzeit stammt, eine ordentliche Pflege und/oder einen frischen Anstrich. Die Stadtverwaltung hat deshalb jetzt ein Hof- und Fassadenprogramm für das Bahnhofsquartier, die Kerninnenstadt und das Montzviertel aufgelegt - und mit Architektin Birgit Hethke eine Art Kosmetikerin engagiert, die Hauseigentümer unter anderem bei der richtigen Farbwahl berät.

"In der Innenstadt ist nicht jede Fassade attraktiv, das wissen wir", sagt Dorothea Rendell, Fachbereichsleiterin Stadtplanung und Bauordnung im Rathaus. "Dabei können schön gestaltete Hausfassaden in einem Viertel, das sich in einem Abwärtstrend befindet, für einen deutlich positiveren Gesamteindruck sorgen."

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt deshalb Fördermittel bereit, um Eigentümer bei der Aufwertung ihrer Fassaden und Innenhöfe finanziell und beratend zu unterstützen. Die Zuschüsse können als Anteilsfinanzierung bei der Stadt beantragt werden. Konkret bedeutet das: 50 Prozent der anerkannten Ausgaben - höchstens jedoch 60 Euro pro Quadratmeter umgestalteter Fläche - bekommt der sanierungswillige Immobilieneigentümer "geschenkt", wenn er sich denn vorher von Birgit Hethke kostenfrei beraten lässt.

Die Architektin hat ein Büro in Wuppertal, ist gebürtige Jüchenerin und seit 2013 bereits als Modernisierungsberaterin in der Solinger Innen- und Nordstadt im Einsatz. Dort sei das Angebot nach ersten Anlaufschwierigkeit gut angenommen worden, sagt sie. "Und Grevenbroich täte das Programm auch ganz gut."

Hethkes Anschubberatung kann sich sowohl auf die Art und den Umfang der geplanten Modernisierungen im Rahmen des Hof- und Fassadenprogramms, aber auch auf energetische Maßnahmen und andere Fördermöglichkeiten, etwa über die KfW-Bank, beziehen. "Ziel", sagt Dorothea Rendell, "ist eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt als Einzelhandels- und Wohnstandort.

Förderfähig ist beispielsweise die Renovierung und Restaurierung von Fassaden und Dächern, insbesondere das Reinigen, Verputzen und Streichen; aber auch der Rückbau von Fassadenverkleidungen und Werbeanlagen, die Wiederherstellung historischer Putz- und Fenstergliederungen, die Sichtbarmachung originaler Fassaden, die Schaffung oder Verbesserung von Zugängen, die Entsiegelung von Hofflächen, die Gestaltung von Innenhöfen und Abstandsflächen oder die Begrünung von einsehbaren Dachflächen, Fassaden, Mauern und Garagen sind vom Förderprogramm erfasst.

Das läuft vorerst bis Ende 2018. Die Stadt Grevenbroich hat 15 Maßnahmen mit 150.000 Euro eingeplant. Das vorletzte Wort, bevor die Stadt ihr Okay gibt, liegt im Einzellfall bei Birgit Hethke. Eine zementierte Vorgabe, was geht, und was nicht, gebe es nicht, sagt die Modernisierungsberaterin. "Ich kann keinem Hauseigentümer vorschreiben, was er zu tun hat. Aber die Maßnahme muss schon ins Gesamtbild passen - sonst gibt es dafür eben kein Geld."

Quelle: NGZ
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