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Auszeichnungen und Tv-Sendungen
Auf der Spur der scheuen Waldbewohner

Auszeichnungen und Tv-Sendungen. Wenn nur der Wind nicht dreht: Wenn Helmut Sütsch mit seiner schweren Kamera-Ausrüstung unterwegs ist, ist er fast so vorsichtig wie es die Tiere sind, deren Spur er aufgenommen hat. Ob der scheue Fuchs oder der ungesellige Dachs - an diese Waldtiere pirscht sich der Langwadener nur vorsichtig heran und mit viel Geduld.

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"Manchmal dauert es mehrere Tage, bis ich einen Fuchsbau erreicht habe", erzählt Sütsch. Dann kann er sein Tarnzelt verlassen und filmen: spielende Jungfüchse vor ihrem Bau oder eine Fuchs-Mutter, die mit einer Schnauze voller Mäuse ihren Nachwuchs versorgt. Der Fuchs ist das erklärte Lieblingstier von Helmut Sütsch.

"Nashörner oder Elefanten in Afrika filmen reizt mich nicht, eher die heimischen Waldtiere", so der Hobbyfilmer. Eine flüchtige Begegnung mit einem Vertreter der "Vulpus Vulpus" hatte ihn vor mehr als 25 Jahren so fasziniert, dass er mehr über diese scheuen Tiere wissen wollte. Ein Ziel, das er mittlerweile auf verschiedenen Wegen erreicht hat.

Tierfilmer Helmut Sütsch Viele Kilometer an Celluloid-Filmmaterial und dazu unzählige Videokassetten sind die Ausbeute von zahlreichen Streifzügen durch die Natur. Doch Helmut Sütsch verbringt nicht nur viele Stunden im Wald in Gesellschaft von Hirschen, Rehen Wildschweinen, Eisvögeln und Eichhörnchen. Auch eine eine genaue Vorbereitung ist notwendig, damit der Dreh zum Erfolg wird. "Im Laufe der Zeit habe ich einiges über die Tiere, die ich filme, gelesen", erzählt Helmut Sütsch und deutet mit der Hand auf seine Bücher.

"Nur, wenn man sich vorher einliest, kann man sich nachher eine Enttäuschung ersparen." Der Tierfilmer hat durch sein Hobby bereits einige interessante Begegnungen mit Vierbeinern und Federnträgern erlebt. "Ein besonderes Erlebnis hatte ich mal an einem Fuchsbau", erzählt der Langwadener mit Begeisterung. Die Jungfüchse warteten hungrig auf Nahrung und ließen es zu, dass sich Sütsch nah an den Bau heran bewegte und vorsichtig die Grashalme, die im Eingang des Fuchsbaus standen, plättete.

"Dann haben mir die wildlebenden, jungen Füchse aus meiner Hand gefressen", erinnert er sich mit strahlenden Augen. Seine Leidenschaft für die heimische Tierwelt ist auch über die Grenzen der Schloss-Stadt hinaus bekannt. Helmut Sütsch pflegt den Kontakt zu Jägern und Förstern und bewegt sich in einem Radius von 50 Kilometern - stets auf der Jagd nach einer guten Gelegenheit zu filmen.

Auch das Fernsehen ist mittlerweile auf die Arbeit des Autodidakten aufmerksam geworden. Der französische Jagdsender "Seasons" (zu empfangen über Premiere) hat Sütschs halbstündigen Film "Kulturfolger Turmfalke" im vergangenen Jahr ausgestrahlt. "Darin habe ich über zwei Jahren Falken, die im Mauerwerk von Schloss Hülchrath genistet haben, mit der Kamera beobachtet", erzählt er. Von der Eiablage, über das Ausbrüten und die Aufzucht der Jungtiere, bis hin zu ersten Flugversuchen und schließlich der Auflösung des Vogelverbandes - Helmut Sütsch hat alles auf Film gebannt.

Auch seine Filme über den Eisvogel waren eher ein Nebenprodukt - "Auch wenn sein schillerndes Gefieder schon fasziniert." Zuletzt wurden einige Minuten über Tiere im Schnee in der ZDF-Kinderserie ,Löwenzahn' mit Peter Lustig verwendet: "Sogar mein Name wurde im Abspann genannt. Da ist man schon stolz." Auch die Auszeichnungen - der zweite Preis beim Filmfestival der Messe "Jagd und Hund" oder der Sonderpreis bei der "Naturale 2000" - freuen ihn.

Doch die größte Freude ist für ihn die Jagd nach dem Motiv. Und trotz vieler Filmdosen und Videokassetten: "Jedes Jahr erlebt man etwas Neues." Und auch wenn noch viele 16mm-Filme auf ihre digitale Bearbeitung am Computer warten und der Schnitt eines halbstündigen Filmes über Füchse geplant ist, freut sich Helmut Sütsch auf den Sommer. Dann packt er seine Ausrüstung, geht auf Pirsch - und hofft, dass der Wind nicht dreht. busch

Quelle: NGZ
 
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