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Neue Wohnhäuser in Grevenbroich
Augustinus-Behindertenhilfe feiert Richtfest

Neue Wohnhäuser in Grevenbroich: Augustinus-Behindertenhilfe feiert Richtfest
Wilfried Gaul-Canjé, Stefan Könen, Thilo Spichalski, Thomas Betz und Gerhard Thelen (v.l.) feiern Richtfest an St. Joseph in der Südstadt. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Zum Richtfest für zwei Wohnhäuser hatte die St. Augustinus-Behindertenhilfe jetzt Handwerker, Mitarbeiter, künftige Bewohner und Nachbarn eingeladen. Erst im Mai war die Grundsteinlegung der Wohnhäuser in der Nachbarschaft der Pfarrkirche St. Joseph erfolgt.

Jetzt sprach Zimmermann Gerhard Thelen auf dem Gerüst, das den zweigeschossigen Bau umgibt, und unter dem bunten Richtkranz den Richtspruch aus.

Einrichtungen wie die St. Augustinus-Behindertenhilfe setzen mittlerweile auf Dezentralisierung. Das bedeutet, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen von Großstationen in kleinere Wohneinheiten verlegt werden, um dort - begleitet von Fachkräften - ein möglichst normales Leben zu führen. "Das können Menschen sein, die in der Südstadt aufgewachsen sind oder die dort familiäre Bindungen haben", berichtete Architekt Georg Forsch. 18 Menschen mit psychischer Erkrankung werden im Wohnhaus ihr neues Zuhause und stationäre Hilfe finden.

Gleich nebenan wird das Mietwohnhaus einzelnen Mietern individuell gerecht werden und bei Bedarf eine ambulante Unterstützung ermöglichen. Denn die Einrichtung der St. Augustinus-Behindertenhilfe legt Wert auf einen möglichst normal gelebten Alltag. "Gewöhnliche Aufgaben fördern die Selbstentfaltung und eröffnen unseren Bewohnern die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu handeln", erzählt Einrichtungsleiter Stefan Könen. Er war vor dem Richtfest gemeinsam mit den Bewohnern an den Haustüren der Nachbarschaft vorbeigegangen, um Einladungen auszusprechen, und freute sich über die gute Resonanz. "Ohne Nachbarn geht es nicht. Die Teilnahme hier ist für uns sehr ermutigend", betonte auch Wilfried Gaul-Canjé, Geschäftsführer der Behindertenhilfe.

Gleich neben Pastor Eduard Gijsen, der Pfarrer Jos Houben vertrat, saß Gertrud Bongartz, die zurzeit noch in einer Einrichtung in Neuss lebt und aus Rommerskirchen stammt. "Ich weiß noch nicht, ob ich hier hinziehe", meinte die Besucherin mit einem skeptischen Blick auf die Rohbauwände. "Aber wenn es fertig ist, komme ich noch mal wieder". Zu den vielen Nachbarn, die dem Richtfest beiwohnten, zählten auch Gerda und Toni Gräfrath "Das wird toll hier. Wir haben keine Bedenken", meinten die beiden Südstädter.

Die St. Augustinus-Behindertenhilfe unterhält ein Dutzend solcher Wohnhäuser im Großraum Rhein-Kreis Neuss, Rhein-Erft-Kreis und Krefeld. Das erste wurde bereits im Jahr 1995 bezogen. In Grevenbroich gibt es eine solche Einrichtung bereits seit 2008 an der Schlossstraße. Das Investitionsvolumen für das Bauprojekt an der St. Joseph-Kirche in der Südstadt wird mit rund 2,8 Millionen Euro beziffert.

(worei)
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