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Grevenbroich
Ausbau der Linie 891 gefordert

Grevenbroich: Ausbau der Linie 891 gefordert
Politiker fordern Verbesserungen auf der Stadtbuslinie 891. FOTO: Staniek
Grevenbroich. Nach dem Rauswurf einer Mutter mit Kinderwagen will das bahneigene Busunternehmen BVR über Verbesserungen auf der Linie 891 nachdenken. Von Julia Hagenacker und Wiljo Piel

"Das Fahrgastaufkommen ist in letzter Zeit gestiegen. Wir werden die Auslastung der Linie verstärkt überprüfen", teilte gestern eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion mit. Gemeinsam mit der Stadt soll überlegt werden, "wie - falls notwendig - Kapazitätsengpässe behoben werden können".

Der NGZ-Bericht über den Rauswurf von Anne Steffen mit ihrem drei Monate alten Sohn aus dem Stadtbus 891 sorgte gestern für Diskussionen in Internet-Foren und dem sozialen Netzwerk Facebook. Auch die Grevenbroicher Politik beschäftigt sich mit dem Vorfall.

"Es ist nicht zu fassen, was da am Donnerstag passiert ist", ärgert sich SPD-Fraktionsvize Holger Holzgräber. Er hat gestern Kontakt zu der Geschäftsführung des BVR aufgenommen und erwartet bis Montag eine zufriedenstellende Antwort des Unternehmens. "Die Stadt bezahlt eine Menge Geld für die Stadtbuslinien. Dafür erwarte ich auch einen entsprechenden Service", sagt das Ratsmitglied: "Vorfälle wie der Rauswurf einer jungen Mutter dürfen sich nicht wiederholen."

Das meint auch die CDU-Ratsfrau Heike Troles. "Es kann doch wohl noch wahr sein, dass eine Frau mit Kinderwagen, die für ihre Fahrt bezahlt hat, aus dem Bus geschmissen wird", sagt sie: "Das ist eine Unverschämtheit." Troles will sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzen, um über einen möglichen Ausbau der Linie 891 zu sprechen. "Es ist bekannt, dass gerade in Neurath und Frimmersdorf viele Flüchtlinge leben, die in die Innenstadt wollen und dafür selbstverständlich den Nahverkehr nutzen", sagt Troles: "Auf dieser Linie sollte zu den Stoßzeiten ein zweiter Bus eingesetzt werden." Notfalls müsse dafür eine Fahrt, die nicht so stark frequentiert werde, ausfallen.

Der Einsatz eines Gelenkbusses wäre nach Meinung von Dirk Gawlinski, Fraktionschef der Grünen, eine Alternative: "Von den Kosten her sind die auch nicht teurer als die normalen Busse." Darum müsse sich jetzt die Stadtverwaltung kümmern. Dem BVR rät er, seine Busfahrer schulen zu lassen: "Sie sollten lernen, wie man selbst in Stresssituationen noch freundlich mit den Fahrgästen umgeht."

Eine Sprecherin der Bahn entschuldigte sich gestern für den Vorfall: "Dieses Verhalten des Fahrers war nicht korrekt", sagte sie. Die Abteilung "Kundendialog" des Unternehmens werde sich jetzt mit der Frimmersdorferin in Verbindung setzen. Anne Steffen hatte offiziell Beschwerde eingereicht.

Quelle: NGZ
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