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Grevenbroich
Ausstellung weckt Erinnerungen an alte Grevenbroicher Cafés

Grevenbroich: Ausstellung weckt Erinnerungen an alte Grevenbroicher Cafés
In der Ausstellung "Draußen nur Kännchen" sind viele, zum Teil großformatige Fotos, aber auch andere Zeugnisse aus der Café-Geschichte zu sehen. FOTO: woi
Grevenbroich. "Dass nach all den Jahrzehnten das Café Esser noch einmal erwähnt wird, ist eine Ehre und ein Geschenk", sagte Jürgen Rückwardt mit Blick auf die zahlreichen Bilder an den Wänden.

Auf Anfrage von Jürgen Larisch hat der gebürtige Wevelinghovener in seinen privaten Fotoalben gekramt und historische Ansichten des 1970 geschlossenen Cafés und Hotels für die Ausstellung "Draußen nur Kännchen", die gestern im Museum der niederrheinischen Seele eröffnet wurde, zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung mit Exponaten aus der Sammlung Larisch und von privaten Leihgebern ist bis zum 8. April zu sehen.

Rückwardt erinnert sich an seine früheste Kindheit, die er in dem großen Haus verbracht hat. "Ich konnte mir immer nur schwer vorstellen, dass meine Schulkameraden in Mietwohnungen leben, wo ich doch immer so viel Platz zur Verfügung hatte." Damals hatten seine Großmutter, Mutter und Tanten dem Düsseldorfer Sterne-Koch Wilhelm Heinrich Esser bei der Führung des Kaffeehauses unter die Arme gegriffen und es nach dessen Tod zu einem erfolgreichen Hotel ausgebaut. "In den 50er- und 60er-Jahren war viel Aufbauarbeit zu leisten, deswegen war das Haus immer gut gebucht", sagt der Posaunist. Heute lebt er mit seiner Frau, der bekannten Dirigentin Catherine Rückwardt, in der Nähe von Mainz. Doch er betont: "Ich fühle mich Grevenbroich sehr verbunden."

Neben dem Café Esser stehen noch andere Kaffeehäuser für die lokale Café-Geschichte, die in Grevenbroich nach dem Zweiten Weltkrieg einen Aufschwung erfahren hat. Knapp 30 solcher Treffpunkte gab es in der Innenstadt und in Stadtteilen, in denen es nicht nur Süßes und Kaffee - zuweilen auch alkoholische Getränke - gab, sondern auch Modenschauen und andere Veranstaltungen. Zur Ausstellungseröffnung kamen viele Besucher, die früher selbst regelmäßig dort zu Gast waren und teils schönste Erinnerungen daran knüpfen. Auch Kulturdezernent Michael Heesch ist als Jugendlicher gerne hingegangen. "Besonders sind mir die süßen Weichsemmeln und Buttermilchbrot in Erinnerung geblieben." Der Dank von Heesch, Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack und Stadtarchivar Thomas Wolff gilt insbesondere Jürgen Larisch, der seit 25 Jahren "die bebilderte Institution der Stadt" ist und so manche Ausstellung tatkräftig unterstützt.

(vest)
 
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