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Grevenbroich
Autohandel in der Krise

Grevenbroich: Autohandel in der Krise
Lange Wartezeiten gibt es in der Kfz-Zulassungsstelle Grevenbroich derzeit nicht. Die Formalitäten sind daher meist schnell erledigt. FOTO: M. Reuter
Grevenbroich. Nach der Abwrackprämie scheint der Automobilmarkt abgegrast: Der Verkauf von neuen Autos ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Dafür zieht die Nachfrage nach Gebrauchtwagen deutlich an. Von Andreas Buchbauer

Die Autohändler in der Schlossstadt haben mit einer Durststrecke zu kämpfen. Gerade im niedrigeren Preissegment ist der Verkauf von Neuwagen deutlich zurückgegangen. Der Grund: Viele Bürger haben im Vorjahr die Abwrackprämie genutzt, um sich ein neues Auto zuzulegen. Zurzeit scheint der Markt abgegrast. Das bekommen die Händler nun zu spüren. Werner Hock, Geschäftsführer des Mazda-Vertragshändlers "Autohaus Hock", betont jedoch, dass die "bessere Mittelklasse" unter den Neuwagen "langsam anzieht". Das wäre ein positives Signal auf dem derzeit schwierigen Automobilmarkt.

Weniger Neuzulassungen

Im vergangenen Monat gab es im Rhein-Kreis Neuss 1159 Neuzulassungen. Im Februar 2009 waren es noch 1636. Gesonderte Zahlen für Grevenbroich liegen für den Vergleichszeitraum zwar nicht vor. Doch ist davon auszugehen, dass diese ebenfalls dem Bundestrend entsprechen: Bundesweit wurden im Februar 194 800 Pkw zugelassen. Ein erheblicher Rückgang: Der Absatz der Autobranche ist im Vergleich zum Februar 2009 um fast ein Drittel eingebrochen.

Das hatte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in diesem Monat beim Automobilsalon in Genf mitgeteilt. Die Bilanz sei mit Blick auf die Abwrackprämie aus dem Vorjahr jedoch mit Vorsicht zu genießen. Der VDA geht davon aus, dass sich der Inlandsmarkt derzeit normalisiere. Für dieses Jahr sei mit bis zu drei Millionen Neuzulassungen zu rechnen. 2009 waren es noch 3,8 Millionen.

Die Grevenbroicher Autohändler wollen sich zu konkreten Zahlen nicht äußern. Jedoch dementieren sie auch nicht, dass der Verkauf von Neuwagen momentan schleppend sei. Nicht betroffen seien die Premiumhersteller. Das betont Marc Michels, Verkaufsleiter bei "BMW Müller". "Wir sind von diesem Rückgang verschont geblieben", sagt er. Allerdings stellt Michels ein deutliches Anziehen des Gebrauchtwagenverkaufs fest.

Philip Breuer, Geschäftsführer des Ford-Händlers "Auto Breuer", möchte die derzeitige Durststrecke nicht überbewerten. Februar, März und April seien traditionell Monate, in denen der Verkauf stagniere. "Ab Mai zieht der Markt dann wieder an", meint Breuer. Andere Autohändler in der Schlossstadt hingegen sind überzeugt, dass jetzt die Hersteller gefragt seien. Der Tenor: Sie müssen mit dem Preis runtergehen und damit dem Händler und Kunden entgegenkommen. Breuer indes ist überzeugt, dass die Preise in Ordnung sind: "Technik und Sicherheit kosten eben ihren Preis."

Laut einer Statistik des Verbandes "Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe" sind die Autopreise stabil. Der Durchschnittspreis für einen Neuwagen betrug in den alten Bundesländern im vergangenen Jahr 22 730 Euro. Das deckt sich mit den Preisen von 2002 und 2003.

Quelle: NGZ
 
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