| 17.13 Uhr

B59-Baustelle bei Grevenbroich
Fünfter Lkw-Unfall soll der letzte gewesen sein

Lkw-Falle B59 - Chronologie der Unfälle in der Baustelle
Lkw-Falle B59 - Chronologie der Unfälle in der Baustelle FOTO: Dieter Staniek
Grevenbroich. Insgesamt fünf Lkw sind in der Baustelle an der B59 bei Grevenbroich verunglückt. Doch nun gibt es gute Nachrichten für die Fahrer: Am Freitag wurde die Leitplanke abgebaut, der Verkehr kann wieder in beide Richtungen fließen. Von Anne Richter

Die Serie reißt nicht ab: Schon wieder ist am Morgen ein Lkw in der Baustelle auf der Bundesstraße 59 in Schieflage geraten. Die Folge war wieder eine mehrstündige Straßensperrung, die anderen Verkehrsteilnehmer mussten umgeleitet werden. Es war bereits der vierte Vorfall innerhalb von neun Tagen, bei dem ein Lastwagen von der nur drei Meter breiten Fahrbahn in der Baustelle abgekommen ist. Diesmal erwischte es gegen 7.30 Uhr einen 48-jährigen Fahrer aus Aachen, der am Steuer eines 32-Tonners saß, so berichtet die Polizei. Er blieb unverletzt. Der Lkw musste von der Böschung abgeschleppt werden, war dann aber wieder fahrbereit. Die B59 blieb für mehrere Stunden gesperrt.

Dieser Unfall - und das ist die gute Nachricht - dürfte aber der letzte in dieser Baustelle gewesen sein. Klaus Dahmen, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen NRW, teilte Freitagmittag auf Nachfrage mit, dass schon am Nachmittag der Verkehr aus Köln in Richtung Grevenbroich auf die rechte Straßenseite zum Radweg hin geleitet werden solle. Damit entfalle die Gefahr, dass Lkw durch die Umleitung auf die linke Straßenseite nach links in die Böschung abgleiten könnten.

Zwei Unfälle mit Lkw in Grevenbroich FOTO: Dieter Staniek

Zudem solle bis zum Abend die Stahlleitplanke in der Mitte abgebaut werden. "Dann kann der Verkehr wieder in beide Richtungen fließen", so Dahmen. Schilder würden auf die fehlende Markierung hinweisen, erklärt der Projektleiter weiter. Die Restarbeiten sollten dann im Laufe der nächsten Woche durchgeführt werden, dabei könnte es nochmals zu kleineren Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer kommen.

"Ungewöhnlich viele Unfälle"

Die Häufung der Unfälle bezeichnet Dahmen als "ungewöhnlich" und sagt: "Wir sind alle sehr entsetzt." Eigentlich sei in der Baustelle genug Platz, denn sogar eine Breite von nur 2,75 Metern wäre nach den Richtlinien möglich gewesen. "Eine Alternative wäre eine Vollsperrung in beide Richtungen gewesen", erklärt er. Dann hätten die Unfälle vielleicht vermieden werden können, aber das Verkehrschaos wäre größer gewesen.

Lkw kippt an B59 bei Grevenbroich in den Graben FOTO: Dieter Staniek

"So etwas habe ich noch nie gehabt", sagt Dahmen, der immerhin seit 2000 als Bauleiter tätig ist, zur Unfallhäufung in der Baustelle. "Da ist man schon erleichtert, wenn man sagen kann 'Es ist vorbei'", bekennt er. "Wir werden sicherlich noch ein Resümee ziehen und auch überlegen, was wir hätten anders machen können", kündigt Klaus Dahmen zudem an.

Fahrsicherheitstrainer: "Die Straße ist zu schmal"

Die Ursache für die Lkw-Unfälle vermutet Thomas Eilers, Fahrsicherheitstrainer beim ADAC-Fahrsicherheitszentrum, in der Verkehrsführung: "Bei der Häufung würde ich sagen, die Straße ist zu schmal." Der Fahrer im Lkw habe nur eine gewisse Perspektive. "Die Jungs gucken in den rechten Seitenspiegel, um die Leitplanke nicht zu touchieren", sagt er. Dadurch gerieten sie zu weit nach links. Möglicherweise würden sie bei Dunkelheit und Regen gar nicht wahrnehmen, dass es links heruntergeht ins Feld. Wenn dann das Rad einmal von der befestigten Fahrbahn abkomme, sei es vorbei. "Das ist schlicht brutal eng", findet er. "Da muss man sehr langsam und hochkonzentriert fahren." Die Lkw-Fahrer seien sicher nicht alle zu blöd, bricht er eine Lanze für sie.

Erleichtert über das Ende der Baustelle ist auch Hermann Josef Krüppel. Der Inhaber des gleichnamigen Blumencenters hat durch die Teilsperrung und zeitweise Vollsperrungen große finanzielle Einbußen erlitten: "Wir hatten 40 bis 80 Kunden weniger jeden Tag", sagt er über die Zeit der Bauarbeiten. Er kritisiert die Art, wie die Umleitungen ausgeschildert wurden: "Wie viele Leute wissen denn, wo die K31 ist?", fragt er. Wenn die Beschilderung anders - etwa mit Ortsnamen - gewesen wäre, hätte sein Geschäft es einfacher gehabt, glaubt er.

Quelle: NGZ
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