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Grevenbroich
Baggerfahrer findet alten Friedhof

Grevenbroich. Menschenknochen bei Bauarbeiten entdeckt. Archäologen sind vor Ort. Von Wiljo Piel

Bei Aushubarbeiten an der katholischen Pfarrkirche St. Martin in Frimmersdorf ist ein Baggerfahrer auf Menschenknochen gestoßen. Die Gebeine stammen vermutlich von einem Friedhof aus dem 18. Jahrhundert. Zurzeit wird die Fundstelle von Archäologen untersucht. Zunächst sind die Bauarbeiten eingestellt worden.

Die Pfarre errichtet eine Rampe, die künftig einen barrierefreien Zugang zum neuen Gemeindezentrum gewährleisten soll. "Bei den Baggerarbeiten sind die menschlichen Überreste in der vergangenen Woche entdeckt worden", schildert Carola Uebber, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Mittlerweile sind Mitarbeiter des Amtes für Denkmalpflege in Brauweiler auf der Baustelle, um den Fundort zu untersuchen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen ist der Baggerfahrer höchstwahrscheinlich auf einen alten Friedhof gestoßen, der sich einst in unmittelbarer Nähe der 1765 errichteten Pfarrkirche befunden hat. "Die menschlichen Knochenfunde werden nun entnommen, die Fundstelle wird archäologisch untersucht und dokumentiert", sagt Uebber. Sobald die wissenschaftlichen Arbeiten abgeschlossen sind, sollen die Knochen wieder an die Pfarrgemeinde zurückgegeben werden. "Sie werden dann noch einmal in Ehren auf dem Friedhof bestattet", erklärt Uebber. Die Fundstelle sei zuvor nicht als Bodendenkmal deklariert gewesen. Vermutlich erstrecke sich der wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende Friedhof in Richtung der Straße "An St. Martin".

Carola Uebber rechnet damit, dass es durch die archäologischen Arbeiten nur zu geringen Zeitverzögerungen kommen wird: "Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten an der Rampe im September weitergehen können." Nicht betroffen von den Ausgrabungen ist der Bau des Pfarrzentrums, der wie geplant fortgesetzt werden kann.

Wie berichtet, will der Hemmerdener Architekt Markus Schmale an der Frimmersdorfer Pfarrkirche ein "zeitlos modernes Gebäude" realisieren. Das Herzstück des Zentrums wird ein etwa 80 Quadratmeter großer Gemeindesaal, der sich durch Faltwände auf rund 150 Quadratmeter erweitern lässt. Hinzu kommen Räume für Eltern und Kinder, Jugendliche und Senioren. Carola Uebber geht davon aus, dass der Bau des neuen Zentrums wie geplant noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann.

Quelle: NGZ
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