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Grevenbroich
Bahnhof ist immer noch Problemgebiet

Grevenbroich: Bahnhof ist immer noch Problemgebiet
Rund um den Bahnhofsvorplatz existieren laut Anliegern immer noch viele Probleme. Auch die Eröffnung einer Außendienststelle des Ordnungs- und Servicedienstes habe diese bislang nicht in den Griff bekommen können. FOTO: Plüm
Grevenbroich. Die im Januar eröffnete Außenstelle des Ordnungsamts am Bahnhof soll als Anlaufpunkt für Bürger dienen und die dortigen Probleme in den Griff bekommen. Anlieger und ansässige Geschäftsleute beklagen aber zu geringe Fortschritte. Von Markus Plüm

"Es gibt einige Herausforderungen, was das Bahnhofsviertel angeht, wir sehen den Bedarf, tätig zu werden", erklärte Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen im Januar. Daher eröffnete die Stadt zu Beginn des Jahres eine Außendienstdienstelle des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) in den Räumen der ehemaligen Taxizentrale am Bahnhofsparkhaus. Es gebe viele Diskussionen über Probleme mit den Drogensüchtigen, über Müll und über das Unsicherheitsgefühl der Bürger, stellte Krützen bereits fest. Montag bis Donnerstag zwischen 11 und 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr ist die Außenstelle besetzt - beziehungsweise sollte sie besetzt sein.

Doch zahlreiche Anlieger des Bahnhofsvorplatzes beklagen, dass die Mitarbeiter des OSD im zurückliegenden halben Jahr selten bis gar nicht in Erscheinung getreten seien. "Die Präsenz des Ordnungsamtes hier rund um den Bahnhof ist einfach nicht gut. Es lungern hier immer noch viele Junkies rum, es wird aber nichts getan", beklagt Andreas Sonderfeld. Er betreibt das gleichnamige Hotel am Bahnhofsvorplatz und hatte laut eigener Aussage in der Vergangenheit immer große Probleme mit den Suchtkranken. "Immerhin hat es sich insofern gebessert, dass die Herrschaften ihr großes Geschäft nicht mehr in meinem Vorgarten verrichten. Aber ich habe meine Wohnung über meinem Hotel. Und es ist abends immer noch sehr laut hier, die Treffpunkte der Betroffenen haben sich einfach nur örtlich verlagert."

Ähnlich wie Andreas Sonderfeld sehen es weitere Geschäftstreibende rund um den Bahnhof. Im Friseursalon, beim Steinmetz, im Bahnhofsbistro - nirgendwo sehen Inhaber und Angestellten eine deutliche Verbesserung seit Eröffnung der Außendienststelle des OSD - im Gegenteil: "Verbessert? Nein. Früher lungerten die Trinker hier nebenan bei uns unter den überdachten Fahrradständern herum. Seitdem die Dächer abmontiert wurden, setzen sie sich einfach 50 Meter weiter ins Parkhaus", berichtet eine Angestellte des Bahnhofsbistros. Einzig Ulrich Siegel, der einen Weinhandel am Bahnhofsvorplatz betreibt, bewertet die Situation positiver als vor einem halben Jahr. "Ich bin jetzt seit 20 Jahren hier. Es war auch schon einmal deutlich schlimmer", sagt der 60-Jährige. "Ich finde, dass alles ein bisschen hochgehängt. Natürlich gibt es hier Trinker, und auch die Polizei ist öfter mal im Einsatz. Aber ich bin von den Suchtkranken noch nie belästigt worden."

Ob die Sorgen der Anlieger auch bei der Stadtverwaltung ein Thema sind, war nicht in Erfahrung zu bringen. Ordnungsamt sowie das Dezernat II sahen sich nicht in der Lage, der Bitte um ein Zwischenfazit zur Effizienz der Außendienststelle sowie um Stellungnahme bis gestern Abend nachzukommen.

Quelle: NGZ
 
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