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Grevenbroich
Bahnhofsquartier als sozialen Brennpunkt erlebt

Grevenbroich. Bei einem Workshop brachten 80 Bürger ihre Ideen und Anregungen zur Umgestaltung der Innenstadt ein. Von Dagmar Fischbach

Bis zum Jahr 2019 soll die Grevenbroicher Innenstadt im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) umgestaltet werden: Dabei sollen die Bürger mitreden. 80 Grevenbroicher machten am Samstag bei einem Workshop Gelegenheit davon. Auf ihrer Wunschliste stehen: ein ansprechendes Erscheinungsbild, ein nachhaltiges Verkehrskonzept, attraktive Einkaufsmöglichkeiten, hohe Aufenthaltsqualität und ein großer Freizeitwert für Grevenbroich.

"Wir haben natürlich auch Lösungen erarbeitet. Aber wir möchten abgleichen, wie unsere Vorschläge von den Bürgern gesehen werden, Anregungen und Impulse aufgreifen ", sagte Bernd Niedermeier von der Planungsgruppe MWM am Abschluss des sechsstündigen Workshops, bei dem zum Beispiel eine Einbahnstraßenregelung für die Anbindung des Bahnhofs von allen Gruppen favorisiert. Heiß diskutiert wurden die Fragen: Ob Autos und Busse vom Kreisverkehr über die Bahnstraße zum Bahnhof oder von dort wegfahren sollen, ob und wie der Platz der Republik umfahren werden soll und wie das Parken auf den Straßen zu gestalten wäre? Christoph Neumann, der ein Wohn- und Geschäftshaus in der Innenstadt besitzt, meinte dazu: "Eine schnelle Lösung darf man da auch nicht erwarten. Immerhin geht es hier um ein Konzept, das auch in 20 oder 30 Jahren noch gut sein soll. Das muss wohl überlegt sein und auch die Fachleute müssen noch mal ran."

Unstrittig war für die 80 Workshop-Teilnehmer, dass das Bahnhofsumfeld verbessert werden muss. "Das Bahnhofsquartier liegt den Grevenbroichern sehr am Herzen", stellte Niedermeier fest. Als Sofortmaßnahme für ein besseres Erscheinungsbild regten alle Gruppen das Aufstellen von Papierkörben und Müllbehältern an. Sari Soebiguto, die im Bahnhofsquartier aufgewachsen ist, merkte aber kritisch an: "Die Gegend von der Rheydter Straße bis Netto hat sich zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt. Ob sich das so einfach umkehren lässt und wieder attraktiver Einzelhandel ansiedeln lässt, möchte ich bezweifeln."

Auch das Thema Fußgänger und Radfahrer stand auf der Agenda. "Vor allem für die Bewohner der umliegenden Altenheime ist es schwierig, am Leben in der Innenstadt teilzunehmen. Mit Rollator oder Rollstuhl werden die Wege oft zum Hindernislauf", sagte Helma Möltgen. Sie regte an, neben durchgängigen und sicheren Fahrradwegen auch die Barrierefreiheit der Fußwege zu bedenken. Für den Grevenbroicher Bernhard Oberbach war klar: "Ob unsere Anregungen umgesetzt werden können, ist sicher auch eine finanzielle Frage. Dass die Bürger an der Planung ihrer Stadt beteiligt werden, ist aber auf jeden Fall ein richtiger und wichtiger Schritt."

Quelle: NGZ
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