Grevenbroich Banken schützen sich vor Betrügern

Grevenbroich · Manipulation an Geldautomaten oder Datenklau mit gefälschten E-Mails: Die Tricks der Betrüger, um an Geld und Bankdaten heranzukommen, sind vielfältig. Auch in Grevenbroich steigt die Zahl dieser Betrugsdelikte kontinuierlich.

 Gefahr am Geldautomaten: Immer mehr Datendiebe manipulieren Geräte oder stehlen Bankdaten über gefälschte E-Mails. Die Banken verstärken die Sicherheit, die Polizei setzt auf Wachsamkeit der Kunden.

Gefahr am Geldautomaten: Immer mehr Datendiebe manipulieren Geräte oder stehlen Bankdaten über gefälschte E-Mails. Die Banken verstärken die Sicherheit, die Polizei setzt auf Wachsamkeit der Kunden.

Foto: L. Berns

Die Tricks der Betrüger am Bankautomaten sind vielfältig: Ein Senior wird angerempelt, als er seine Rente abholt. Oder das Gerät ist derart manipuliert, dass die Daten des Nutzers gelesen werden — die Selbstbedienung am fremden Konto folgt. Auch wenn am Eingang ein PIN-Code abgefragt wird, sollte man sofort misstrauisch werden. "Die kriminelle Energie der Täter ist enorm", sagt Raimund Franzen, Sprecher der Sparkasse Neuss. Der neueste Trick: Das Ausgabefach wird mit Klebstoff manipuliert, so dass die Kunden nicht an ihr Geld kommen.

Ein Problem der Banken: Sie können nur reagieren. Um ihre Kunden vor Betrügern zu schützen, rüsten Geldinstitute wie die Raiffeisenbank in Grevenbroich regelmäßig die Sicherheitssysteme auf. So hatten Betrüger 2012 einen Geldautomaten der Raiffeisenbank manipuliert, bestätigt deren Vorstand Friedhelm Franken. "Danach haben wir sofort unsere Sicherheitssysteme verschärft." Die Bank unterhält 13 Filialen in Grevenbroich, dazu kommen drei Geldautomaten ohne Mitarbeiter. Aktuell sei jeder Automat mit einem "Anti-Skimming-Modul" ausgestattet: Sobald versucht werde, einen illegalen Kartenleser zu installieren, würde sich das Gerät sofort selbst abschalten.

Wachsamkeit ist notwendig, denn immer mehr Betrüger wollen an die sensiblen Bankdaten heran — etwa direkt am Geldautomaten ("Skimming") oder indirekt über gefälschte E-Mail-Anfragen nach Bankdaten von offiziellen Absendern ("Phising"). Gab es 2011 noch zwölf Fälle von Datenklau in Grevenbroich, stieg deren Zahl im vergangenen Jahr bereits auf 14.

Die Menschen zu informieren und ihre Aufmerksamkeit zu schärfen — darauf setzt die Polizei: "Wir raten jedem, am Geldautomaten vorsichtig zu sein", so Diane Drawe, Sprecherin der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. — Besonders Geldausgabestellen außerhalb von Gebäuden müssten gesichert werden: "Das sind neuralgische Punkte", meint Friedhelm Franken. Er setzt auf Aufklärung und Schutz: So werde jede Transaktion am Geldautomaten von einem Sicherheitshinweis via Bildschirm begleitet, außerdem seien die Tastaturen mit einer Abdeckung versehen und der maximal abzuhebende Betrag pro Tag auf tausend Euro begrenzt. "Der beste Schutz sind aber aufmerksame Kunden", sagt der Raiffeisenbank-Vorstand.

Und Raimund Franzen ergänzt: "Nur mit einer Überwachungskamera erreicht man heute keine Abschreckung mehr." Die Sparkasse startet deshalb regelmäßig Kampagnen, die ihre Kunden vor Betrügern schützen sollen: "Achten Sie auf Personen, die hinter Ihnen stehen. Lassen Sie sich nicht ablenken. Geben Sie Ihre PIN verdeckt ein. Informieren Sie die Mitarbeiter, wenn Ihnen etwas Verdächtiges auffällt."

Dazu rät auch Diane Drawe: "Nutzen Sie am besten immer denselben Geldautomaten, dann fallen Veränderungen eher auf." Und im Zweifel bei der Polizei anrufen.

(NGZ)
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