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Grevenbroich
Behindertenbeauftragter muss sein Amt wegen Krankheit aufgeben

Grevenbroich. Der Grevenbroicher Behindertenbeauftragte Christoph Meyer wird sein Ehrenamt in Kürze niederlegen. Weil er gesundheitlich nicht anders kann. Der 54-Jährige leidet an einer Augenkrankheit, die inoperabel ist - er erblindet. "Da gibt es leider kein Zurück", sagt der engagierte Allrather: "Mein Amt kann ich unter diesen Voraussetzungen nicht mehr wahrnehmen." Von Wiljo Piel

Christoph Meyer ist von Geburt an schwerbehindert, er saß durch einen Rückenmarks-Tumor vier Jahre im Rollstuhl, hat mehrere Schlaganfälle hinter sich. Doch Aufgeben ist für ihn keine Option. Im Gegenteil: Seit zwei Jahren setzt er sich vehement für die Belange von Behinderten in Grevenbroich ein. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen zu helfen - etwa bei Behördengängen, beim Kampf um Unterstützungsgelder, bei Arztterminen oder der Pflege im Alltag.

Christoph Meyer ist keineswegs unzufrieden mit seiner Bilanz nach zwei Jahren als städtischer Behindertenbeauftragter. "Ich glaube, ich habe in dieser Zeit etwas bewegen können", sagt er. Damit meint der 54-Jährige etwa seinen Kampf um die Barrierefreiheit von Bushaltestellen im Stadtgebiet, den er erfolgreich geschlagen hat. "In Kürze werden fünf gut frequentierte Haltestellen entsprechend ausgebaut", sagt er zufrieden: "Das wird behinderten Menschen zugute kommen."

Christoph Meyer hat sich bei der Diskussion um die Gestaltung der Wevelinghovener Ortsdurchfahrt eingemischt und ist nach wie vor am Ball, um die Ampeln wieder blindengerecht auszustatten. "Es gibt nur noch eine Anlage im Stadtgebiet, die ein akustisches Signal von sich gibt. Bei den übrigen ist es ausgeschaltet worden - angeblich weil sich Anwohner durch das Geräusch gestört fühlten", schildert er.

Was Meyer noch am Herzen liegt: ein barrierefreier Zugang für das neue Schlossbad. Ein Teil des dort liegenden Kopfsteinpflasters müsse durch Gehwegplatten ersetzt werden, um gehbehinderten Menscheneinen leichteren Zugang zu ermöglichen, sagt er. "Es gibt aber noch Bedenken von Seiten des Denkmalschutzes", meint Meyer, der aber davon ausgeht, dass das Behindertenrecht letztendlich Vorrang haben wird.

Zwar gibt es technische Hilfsmittel, mit denen er auch bei einer Erblindung seine Korrespondenz per PC weiterführen könnte - doch: "Diese Programme sind sehr teuer, das möchte ich der Stadt nicht aufhalsen", sagt Meyer. Der Allrather will sich auch künftig für Behinderte und deren Belange einsetzen: Er hat ein Angebot einer Krankenkasse erhalten, die ihm einen entsprechenden Arbeitsplatz einrichten möchte. "Ich glaube, das werde ich annehmen", sagt Christoph Meyer.

Quelle: NGZ
 
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