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Grevenbroich
Beim Flugplatzfest darf jeder mal in luftige Höhen steigen

Grevenbroich. Sturm "Ela" hatte den Segelfliegern des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss im vergangenen Jahr ganz schön zugesetzt: Ein Baum war in die Löschteich gestürzt, hatte die Folie zerstört und den Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen lahmgelegt. Auch das Flugplatzfest musste ausfallen. Am Wochenende trafen sich wieder Menschen, die der Spaß am Fliegen verbindet auf der Gustorfer Höhe.

Wegen des schlechten Wetters kamen aber nur rund halb so viele Besucher wie sonst. Als am Samstagabend die Gruppe "Stixx" auftrat, passten alle rund 300 Gäste in den Hangar. Bei schönem Spätsommerwetter sind doppelt so hohe Zuschauerzahlen die Regel. Auch der Flugbetrieb wurde vom Wetter diktiert. Das Fest begann mit Regen.

Hans-Detlef Schulz aus Dinslaken wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob er mit seiner gelben, 200 PS starken "Extra 200" würde starten können. Nachmittags hob der 66-Jährige dann doch ab, um zu zeigen, was er in seiner Ausbildung zum Kunstflieger so alles gelernt hat. "Bei Kunstflugvorführungen braucht die Maschine einen Liter Flugbenzin pro Minute, der Liter kostet um die 2,80 Euro", erklärte der Ingenieur, der als Fluglehrer sein kostspieliges Hobby finanziert.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Manfred Flach, im Verein als "Orly" bekannt, jedenfalls nicht. Der 85-Jährige half, einen nicht wirklich wasserfesten Segler in den Hangar zu schieben, als es anfing zu regnen. Dort stand auch der Gyrocopter von Horst Zimni aus Herten. Wolfgang Rodigast aus Neuss gehörte zu denen, die sich über das 60 000 Euro teure, Hubschrauber-ähnliche Gerät informierten und die mit einem Flug liebäugelten. Immer, wenn es gerade mal nicht regnete, hob Horst Zimni ab.

Der sechsjährige Linus ist ein "Flugplatzkind", sagt sein Vater Werner Gross aus Neuss. Der Junge spielte mit einem Modellflieger, der Vater ist Ausbildungsleiter der Segelflieger. Der 53-jährige Ingenieur ist mit einer früheren Flugschülerin verheiratet: Tanja Gross (38) ist die Vorsitzende des Vereins. Mit dabei waren auch ihr Vater Siegfried Wisotzki (75), selber ein begeisterter Segelflieger und Tochter Sarah (14), die jetzt ebenfalls das Fliegen lernt. Sie ist eine von derzeit zwei Flugschülerinnen des Vereins

Die Segelflieger nahmen Gäste mit in die Lüfte, Wolfgang Sass blieb mit beiden Beinen auf dem Boden und ließ seine drei Drohnen in luftige Höhen fliegen - er warb für sein kleines Unternehmen für Luftbildfotografie und Filmproduktion, war mit einem 58 Jahre alten Feuerwehrfahrzeug der Gemeinde Alsdorf vorgefahren. Der Hauptpreis der Tombola war ein Gutschein für einen richtigen Flugsimulator.

Die Flugsaison auf der Gustorfer Höhe endet im Oktober.

(barni)
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