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Grevenbroich
Betreuung für 21 jugendliche Flüchtlinge

Grevenbroich. Stadt hatte vor der Tat in Würzburg Kontakt zu Polizei, Staatsschutz und Therapeuten aufgenommen.

Die Tat des 17 Jahre alten Flüchtlings, der in Würzburg mit einer Axt mehrere Menschen verletzt hat, war auch in der Turnhalle an der Bergheimer Straße ein Thema. Dort leben elf minderjährige Asylbewerber. Bei der Flüchtlingswelle 2015 musste die Stadt mehr als 50 allein gekommene Jugendliche in Obhut nehmen.

"Uns war weit vor den Ereignissen in Würzburg klar, mit welcher Problematik wir zu rechnen haben", erklärt Karin Unverhau, stellvertretende Leiterin des Jugendamtes. "Wir haben früh mit Polizei, Staatsschutz und traumatologischen Fachberatern besprochen, was passiert, wenn ein Jugendlicher radikalisiert wird, Aggressionen zeigt oder vermutet wird, dass er verdeckte Aufträge erhält. Bei Bedarf können sofort Aussteigerprogramme oder eine Therapie beginnen."

Signale dafür gebe es nicht. Zurzeit leben 21 dieser Jugendliche in der Stadt, zehn in Einrichtungen von Haus Stephanus und des Jugendträger Mikas, wo auch Therapeuten hinzugezogen werden können. Viele junge Flüchtlinge haben traumatische Erfahrungen, haben Krieg und sogar Tod kennengelernt.

Für die elf Jungen in der Turnhalle gibt es laut Unverhau "24-Stunden-Begleitung". Trotz Ferien lernen sie Deutsch, zudem gibt's ein Freizeitprogramm und eine einwöchige Fahrt in ein Eifel-Camp. Und sie erfahren, wie man sich in der neuen Umgebung verhält. "Viele hatten früher nie eine Frau im Bikini gesehen. Manche haben erklärt, dass sie Unterstützung benötigen, um sich in unserer Kultur einzufinden", sagt Unverhau. In Pflegefamilien wie der 17-Jährige in Würzburg lebt keiner. "Wir hatten drei in Familien untergebracht, aber sie konnten sich auf diese engmaschige Betreuung nicht einlassen, haben sofort an ihre Verwandten zu Hause gedacht." Sie betont: "Wir bieten den Jugendlichen Hilfe an, um in unserer Gesellschaft anzukommen." Doch auch der 17-Jährige aus Afghanistan schien auf gutem Weg. Unverhau: "Ich stimme mit Innenminister de Maiziere überein, dass trotz aller Bemühungen ein Restrisiko bleibt."

(cso-)
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