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Grevenbroich
Bio-Anbau im Kloster lernen

Grevenbroich: Bio-Anbau im Kloster lernen
Frank Vohwinkel (l.) und sein Mitarbeiter Lothar Coene bei der Mangoldernte. Im 1,1 Hektar Pflanzenkulturen. Auch Melonen werden in großen Klostergarten wachsen mehr als 30 Langwaden geerntet FOTO: Michael, Reuter
Grevenbroich. Immer mehr Naturfreunde finden den Weg in den landwirtschaftlich genutzten Garten des Kloster Langwaden. Agrarwissenschaftler Frank Vohwinkel erklärt auf dem 1,1 Hektar großen Gelände, wie der Bio-Anbau funktioniert. Von Christina Rentmeister

Üppig wachsender Mangold, duftender Fenchel, Bohnen, die an Stangen hochranken – nur ein Auszug von dem, was mehr als 30 Teilnehmer am vergangenen Wochenende im Garten des Klosters Langwaden zu sehen bekamen. Sie alle hatten sich trotz Regens einer von der Internet-Community "Nature2go" organisierten Führung angeschlossen und trafen im Kloster auf Frank Vohwinkel.

Dieser betreibt seit vier Jahren zertifizierte Biolandwirtschaft in dem Klostergarten und führt immer häufiger Interessierte durch den 1,1 Hektar großen Garten. Und das auf Spendenbasis – "schließlich sind wir ein Kloster", sagt Vohwinkel. Öffentliche Besichtigungstermine gibt es allerdings nicht. "Die Gruppen müssen sich beim Kloster anmelden und einen Termin vereinbaren", erklärt Vohwinkel.

Melonen hinter Klostermauern

Vor vier Jahren hat er den biologisch bewirtschafteten Garten übernommen: "Ich hatte vorher eine Biogärtnerei. Als mein Vorgänger hier im Kloster mich fragte, ob ich die Aufgabe übernehmen wolle, habe ich zugesagt." Seitdem bemüht er sich nicht nur um eine gute Ernte, sondern auch darum, einem interessierten Publikum den Biolandbau näher zu bringen. "Mein Ziel ist es, den Menschen bei den Führungen deutlich zu machen, wie man mit der Natur arbeitet – und nicht gegen sie. Und sie lernen, wie man bodenschonend Gemüse anbaut", erklärt Vohwinkel, der studierter Agrarwissenschaftler ist.

Und Anschauungsmaterial hat er in dem Klostergarten ausreichend. Mehr als 30 Pflanzenkulturen kann er den Besuchern zeigen, darunter auch Exoten wie Melonenpflanzen, die im Folientunnel heranwachsen.

"Von A wie Aubergine bis Z wie Zucchini bauen wir alles an, das hier irgendwie wächst", sagt Vohwinkel. Den Garten und den seit diesem Sommer dazu gehörenden Hofladen versorgt er aber nicht alleine. Frank Vohwinkel bekommt tatkräftige Unterstützung von den Männern aus dem "Netzwerk Mensch". Dieses bietet jungen, obdachlosen Männern Hilfe bei der Organisation ihres Alltags. "Daher bin ich hier in gewisser Weise auch Sozialarbeiter", sagt Vohwinkel.

Die Führungen durch den Klostergarten macht er allerdings alleine: "Da braucht man wirkliches Fachwissen – das können die Mitarbeiter vom Netzwerk Mensch nicht haben." Je nach Ausdauer und Interesse der jeweiligen Gruppe dauert eine Führung mit Frank Vohwinkel zwischen einer und zwei Stunden. Danach seien die Besucher aber ausführlich über die Besonderheiten der Klostergartens und des Bioanbaus informiert.

(NGZ/rl/url)
 
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