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Grevenbroich
Blutspender händeringend gesucht

Grevenbroich. Das DRK zieht alle Register, um Neuspender zu finden. Ein Film soll helfen. Von Valeska von Dolega

Händeringend sucht das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Menschen, die Blut spenden. Das ist nicht neu, sondern ein "Dauerthema", wie Stephan David Küpper, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes, bestätigt. "Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren verschlimmert." Um den kontinuierlich sinkenden Spenderzahlen entgegenzuwirken, geht das DRK jetzt in die Offensive. In sozialen Medien wird ein Kurzfilm gezeigt.

"Echte Kerle spenden nicht nur Applaus" nimmt sich "augenzwinkernd, aber mit Ernst" des Themas an. Der Fünfminüter, den der Mainzer Filmstudent Marius Grein drehte, zeigt eine Gruppe von Bikern, die vorbildlich vermittels des kleinen Piksers etwas von ihrem roten Elixier geben und damit Lebensretter in spe werden. Eine hübsche Pointe bekommt diese Spende, weil die gemeinhin als harte Burschen verschrieenen Motorradfahrer am Ende mit Kinderpflastern versorgt werden. "Das regt zum Lachen an- bei einem grundsätzlich ernsten Thema", sagt der DRK-Mann. In früheren Generationen gehörte es zum guten Ton, Blutspender zu sein. Nun sterben die großzügigen Geber allmählich weg. Ältere Menschen im Alter von 45 bis 60 Jahren gehen statistisch gesehen drei bis dreieinhalb mal jährlich zur Blutspende. Junge Leute im Schnitt ein bis anderthalb mal. Fällt ein Altspender aus, müssen drei junge Leute folgen. "Eine Herkulesaufgabe", bei der sich, sagt Stephan David Küpper, jeder an der Ehre gepackt fühlen sollte, ob er nicht eine Stunde für einen Blutspendetermin opfern kann.

Seit Monatsanfang gibt es rund um Neuspender eine neue Attraktion. Altspender, die einen Neuen mitbringen, bekommen ein Geschenk. Im Rahmen einer Spender-werben-Spender-Aktion werden Powerbanks mit 6000 mAh zum schnellen und mobilen Aufladen von Smartphones und Tablets ausgegeben. "Eine Motivationshilfe", wie Küpper sagt, "DRK-Spender sind altruistisch geprägt - sie spenden nicht für Geld". Zum Vergleich: Private Anbieter sowie die Uni Düsseldorf zahlen eine Aufwandsentschädigung von etwa 20 Euro.

Die neue Maßnahme "macht sich bereits bezahlt, die Zahlen haben sich verbessert". Allerdings bietet die Statistik im Kreisverband, zu dem neben Grevenbroich auch Kapellen, Rommerskirchen, Dormagen oder Wevelinghoven zählen, keinen Grund zum Jubeln. Ausgewertet bis Mai 2017 sind die Spenderzahlen um etwa sieben Prozent zurück gegangen - wie in ganz NRW.

Die "umgekehrte Bevölkerungspyramide" trägt ihren Teil auch insofern dazu bei, dass Korrespondenz mit den Spendern noch immer überwiegend per Post geführt wird. "Wir laden inzwischen zu den Spenderterminen auch per E-Mail ein. Aber es gibt viele, die das nicht wollen." Das ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern hat Fallhöhe: Streikt die Post, bleiben diese Briefsendungen liegen. Außerdem, führt der DRK-Mann aus, ist die Frequenz auf die verschickten E-Mails höher als per Papier. "Wir wären glücklich, könnten wir mehr per E-Mail kommunizieren und sind dran, das auszubauen."

Quelle: NGZ
 
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