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Grevenbroich
BMW Kohl zieht sich aus der Region zurück

Grevenbroich: BMW Kohl zieht sich aus der Region zurück
Bis voraussichtlich Herbst 2018 bleibt BMW Kohl an der Lilienthalstraße. Danach wird sich das Unternehmen aus der Region zurückziehen. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Das Unternehmen verlässt im Herbst 2018 den Großraum Grevenbroich. Pläne in Jüchen sind geplatzt. Von Wiljo Piel

BMW Kohl wird voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres den Großraum Grevenbroich verlassen. Das an der Lilienthalstraße beheimatete Unternehmen hatte zwar vor, 2018 ins benachbarte Jüchen umzusiedeln und dort zu expandieren, doch von diesen Plänen sei zwischenzeitlich Abstand genommen worden, sagt Filialleiter Stefan Meister. Die Firma werde sich komplett aus dem Rhein-Kreis zurückziehen.

Stefan Meister begründet diesen Entschluss zum einen mit der "negativen Entwicklung der Autobranche". Andererseits seien die Baukosten für das Autohaus in Jüchen vom Grundstückserwerb im Frühjahr bis zur Baugenehmigung im September "horrend gestiegen". Meister spricht von einer Erhöhung um etwa 40 Prozent. Die Handelsgruppe Kohl mit Stammsitz in Aachen und mehr als 600 Beschäftigten habe sich daher entschieden, von diesem Projekt Abstand zu nehmen. In Grevenbroich zu bleiben, sei keine Option, da sich die Immobilie nicht im Besitz von Kohl befinde und der Mietvertrag im Herbst nächsten Jahres ausläuft.

Rund 30 Mitarbeiter sind am Standort tätig. Keiner von ihnen müsse aber um seinen Job bangen, betont Meister. Jeder bekomme die Garantie für eine Beschäftigung in einer anderen Filiale des Unternehmens. Im Blickpunkt stehen hierbei die Zweigstellen von BMW Kohl in Bergheim und Heinsberg, die entsprechend ausgebaut werden sollen. Die Geschäfte an der Lilienthalstraße werden bis zum Abschied im Herbst 2018 weiter abgewickelt wie bisher. "Wir verkaufen nach wie vor Autos und bieten unsere Serviceleistungen an", sagt Stefan Meister. Noch unklar ist, ob es nach dem Rückzug von Kohl wieder ein BMW-Autohaus im Großraum Grevenbroich geben wird. Eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion liegt seit gestern der BMW AG in München vor.

Weil die Stadt kein geeignetes Angebot für die Erweiterungspläne von BMW Kohl machen konnte, wollte das Unternehmen auf ein 12.000-Quadratmeter-Areal in Jüchen ziehen. Es ist doppelt so groß wie das Grevenbroicher und befindet sich in bester Lage - an der Bundesstraße 59 und nahe der A 46.

Jüchens Bürgermeisters Harald Zillikens zeigt sich "überrascht und enttäuscht" zugleich von dieser Wende - "auch weil die Baugenehmigung für das neue Autohaus im Gewerbegebiet schon erteilt wurde und wir davon ausgegangen sind, dass der Investor seine Pläne auch umsetzen wird". Nach dem nun angekündigten Rückzug müsse gemeinsam mit BMW Kohl geklärt werden, was aus dem Grundstück wird und welche Optionen in dieser Sache gezogen werden können, sagt Zillikens - "etwa der Rückerwerb oder der Weiterverkauf des Areals an andere Interessenten". Die Jüchener Wirtschaftsförderung bemühe sich derzeit, mit Kohl ins Gespräch zu kommen.

Quelle: NGZ
 
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