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Grevenbroich
Bodewig muss Vorsitz im Aufsichtsrat aufgeben

Grevenbroich. Flughafen Köln/Bonn: Ex-Grevenbroicher entlassen.

Vorsitzender der Deutschen Verkehrswacht ist er nach wie vor. Und saisonbedingt rät Kurt Bodewig (62) den Autofahrern dazu, möglichst schnell auf Winterreifen umzusteigen - weil's halt sicherer ist. Seinen Job als Aufsichtsratschef des Köln/Bonner Flughafens ist der ehemalige, in Grevenbroich geborene Bundesverkehrsminister allerdings los.

Die schwarz-gelbe Landesregierung hat den SPD-Mann von seinem Posten enthoben. An Bodewigs Stelle will Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) seinen Parteifreund und früheren Spitzenpolitiker Friedrich Merz in das Aufsichtsgremium entsenden. Doch dessen Wahl scheiterte zu Wochenbeginn zunächst an einer Formalie.

Unter der Leitung von Kurt Bodewig hatte der Aufsichtsrat den Köln/Bonner Flughafenchef Michael Garvens bis Mitte Dezember beurlaubt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Untreue. Garvens weist diese Vorwürfe aber zurück. Seit Mittwoch sitzt der Manager wieder an seinem Arbeitsplatz. Er machte eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln für sich geltend, wonach der Flughafen ihn weiter beschäftigen muss.

Kurt Bodewig war SPD-Kreischef und Bezirksvorsitzender, 2002 holte er den Wahlkreis gegen den heutigen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) - sein größter regionaler Erfolg. Laut "Bonner Generalanzeiger" habe er sich geweigert, der Aufforderung der Landesregierung zur Niederlegung seines Mandats nachzukommen. Die Begründung: Er könne "Schaden abwenden", wenn er in seinem Amt verbleibe. Möglicherweise, so spekuliert das Blatt, habe Bodewig die weitere Aufklärung des "Fall Garvens" als gefährdet betrachtet, wenn er die Leitung abgebe.

Der ehemalige Grevenbroicher, der seit Jahren in Hamburg lebt, wurde 2016 zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafen Köln/Bonn GmbH gewählt. Er folgte auf den ehemaligen Bundesverkehrsminister Volker Hauff (SPD), der von 2004 bis 2015 an der Spitze des Gremiums stand.

Der SPD-Politiker Bodewig widmet sich zurzeit seinen Aufgaben als europäischer Koordinator des Ostsee-Adria-Korridors und kehrte gestern von einer Arbeitsreise zurück. Für ein Gespräch mit unserer Redaktion stand er nicht zur Verfügung.

(wilp)
 
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