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Braunkohletagebau in Grevenbroich
Aktivisten wollen Bagger stoppen

NGZ-Tour durch den Garzweiler-Bau
NGZ-Tour durch den Garzweiler-Bau FOTO: Berns, Lothar
Grevenbroich. Umweltaktivisten wollen von Freitag bis Sonntag den Braunkohletagebau lahm legen, unter anderem Bagger blockieren. Polizei und RWE Power bereiten sich auch im Rhein-Kreis Neuss auf Maßnahmen vor. Von Carsten Sommerfeld und Wiljo Piel

Ein "heißes" Wochenende könnte auf Einsatzkräfte und den Energie-Riesen RWE Power zukommen - auch in Grevenbroich und Jüchen. Im Internet und auf Flugblättern rufen Umweltaktivisten, die sich für den Kohleausstieg stark machen, zu der Aktion "Ende Gelände!" auf. Von vielen hundert Teilnehmern ist die Rede. "Einige protestieren an der Abbruchkante, andere blockieren im Tagebau die Bagger", heißt es in der Ankündigung. Für Aktionsgruppen werden sogar Trainings angeboten.

Was die Aktivisten nicht sagen: Wo sie blockieren wollen. Polizei und RWE Power bereiten sich daher auf Einsätze im gesamten Bereich des 30 Quadratkilometer großen Tagebaus und seines Umfeldes vor. Nach Informationen unserer Zeitung werden auch in Grevenbroich Einheiten der Bereitschaftspolizei zusammengezogen.

RWE Power ist auf die Umweltaktivisten vorbereitet, signalisiert Sprecher Guido Steffen: "Wir haben das gesamte Tagebaugebiet im Blick." Dazu zählt er auch die Kraftwerke in Grevenbroich und die Werkbahn, deren Trasse zu einem großen Teil durch das Stadtgebiet führt. Die darauf verkehrenden Züge stellen die Kohleversorgung in den Kraftwerken sicher.

Ein Tag im Tagebau Garzweiler FOTO: Christian Kandzorra

"Unser Ziel ist, dass kein Mensch zu Schaden kommt, und dass der Betrieb ungestört weiterlaufen kann. Dafür wurden personelle und technische Maßnahmen getroffen." Guido Steffen äußert sich nicht zu Details - etwa zur Stärke des Werkschutzes. Er betont aber: "Die Tagebauränder sind unübersehbar mit Wällen, Schildern und Absperrband gekennzeichnet. Wer diese Grenze übertritt, macht sich strafbar." Die Grube berge tückische Gefahren, da Teile der Böschung jederzeit abbrechen könnten. Der in den Tagebau hineinreichende "Skywalk" im Süden von Jüchen wird vorsichtshalber am Wochenende gesperrt.

Größte Menschenkette gegen Tagebau im Rheinland FOTO: Jürgen Laaser

Koordiniert wird der Einsatz rund um die Grube von der Kreispolizeibehörde in Düren, die auch ihre Kollegen aus dem Rhein-Kreis miteinbezieht. "Wir sind auf eine Massenmobilisierung vorbereitet", sagt Sprecher Ralf Meurer, der sich weder über die Stärke der Einsatzkräfte noch über Strategie-Konzepte äußern möchte. Meurer sagt nur so viel: "Die Aussichtsplattform am Tagebau Garzweiler, und die Orte, in denen keiner mehr lebt, werden in unserem Fokus stehen."

Menschenkette gegen Braunkohletagebau in Garzweiler FOTO: dpa, obe cul

Die Aktion "Ende Gelände!" - angekündigt als "Massenaktion des zivilen Ungehorsams" - wird unter anderem auch von der "Grünen Jugend" unterstützt. Dirk Gawlinski, Fraktionschef der Bündnisgrünen in Grevenbroich, wird nicht an dieser Protestaktion teilnehmen. "Sie ist illegal", sagt er, räumt aber ein: "Ich halte sie dennoch für legitim, um den Kohleausstieg so schnell wie möglich zu erreichen."

Quelle: NGZ
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