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Grevenbroich
Briefe aus dem Weltkrieg liefern Stoff für neues Buch

Grevenbroich. Eberhard Apffelstaedt stellt Roman in Grevenbroich vor.

Eberhard Apffelstaedt hat beim Grevenbroicher Heiner Labonde-Verlag bereits drei humoristische Bücher mit Finnland-Bezug veröffentlicht. Der Autor kann aber auch anders: Der erste Band einer Trilogie liegt jetzt vor - das Buch mit dem Titel "Das seltene Glück des Curt Ehrenberg" veröffentlichte Apffel-staedt unter dem Pseudonym Paul S. Norman. Er stellte es jetzt im Hause des Galeristen Roland Brozio an der Bergheimer Straße vor.

Der 66 Jahre alte Arzt und Psychotherapeut, der in Bad Camberg lebt, entführt den Leser in die Zeit des Nationalsozialismus. Und obwohl es nicht um die große Politik geht, wird doch deutlich, wie unmenschlich die Nazi-Größen sind.

Der 66-Jährige hat vier Jahre lang recherchiert. Im Mittelpunkt steht Curt Ehrenberg, ein junger, talentierter Pianist. Dass seine Geschichte im Dritten Reich spielt, liegt an dem Nachlass der Eltern des Autors: "Ich fand ihren Briefwechsel aus dieser Zeit, las die vielen Geschichten aus dem Kriegsalltag." Sein aktuelles Buch sei eine Mischung von Realem und Fiktivem. Real ist beispielsweise, dass der Großvater des Autors, einst Rechtsanwalt in Limburg, mit den Nazis Probleme bekam, nachdem er sich nicht hatte einschüchtern lassen und weiterhin jüdische Bürger vertrat.

Eine weitere prägende Figur ist die Mutter von Curt Ehrenberg, eine Sängerin mit dem Hang zu einem Luxusleben - und mit einer Liaison mit Goebbels. Abscheulich, wie die Nazi-Größen reagieren, als der kleine Curt bei einem Konzert versagt - er hatte zu einem Vorbild für die deutsche Jugend aufgebaut werden sollen. Amüsant, wie sein Vater der Obrigkeit indirekt zeigt, was er von ihr hält: Der Schuhcremefabrikant hat den Auftrag, für die Nazi-Prominenz eine Creme zu entwickeln, der er Kot beifügt.

Zu empfehlen ist das Werk auch allen Lesern, die sich für Musik begeistern. Der zweite Band der geplanten Trilogie soll noch in diesem Jahr erscheinen, der dritte in 2017.

(barni)
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