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Grevenbroich
Bürger sammeln 80 Kubikmeter Abfall

Grevenbroich: Bürger sammeln 80 Kubikmeter Abfall
Viele Grevenbroicher Vereine - darunter der Rot-Kreuz-Ortsverein - sammelten am Samstag wilden Müll ein und entsorgten ihn sachgerecht. FOTO: lothar berns
Grevenbroich. Rund 1300 Grevenbroicher beteiligten sich am Frühjahrsputz. Dabei sind rund 15 Kubikmeter weniger als 2015 zusammengekommen. Von Christian Kandzorra

Seit Samstagmittag ist die Stadt ein bisschen sauberer. Mehr als 1300 freiwillige Helfer beteiligten sich an dem von der Stadt initiierten "Frühjahrsputz" und sammelten den achtlos weggeworfenen Müll an Straßen, Wegerändern und in Sträuchern. Dabei kamen nach Schätzung von Ralf Dietrich rund 80 Kubikmeter Müll zusammen. Das sei im Vergleich mit früheren Jahren durchschnittlich viel. Der Mitarbeiter des städtischen Umweltamtes hatte die Aktion im Vorfeld organisiert und berichtet auch von einigen außergewöhnlichen Fundstücken. So seien diesmal Autobatterien, Ölkanister und Staubsauger gefunden worden.

Der Zeitpunkt der Reinigungsaktion wurde gezielt ausgewählt. Ralf Dietrich erklärt: "Jetzt brüten noch keine Vögel, die verschreckt werden könnten, und auch die Vegetation ist noch nicht so fortgeschritten wie zum Beispiel im Mai. Dadurch ist mehr Unrat sichtbar." Der wilde Müll ist laut Dietrich nicht nur eine Gefahr für Kinder, sondern auch für Tiere. "Es ist schon vorgekommen, dass sich Tiere etwa in alten Angelschnüren verheddert und sich dabei ernsthaft verletzt haben." Doch die Stadt könnte so eine großflächige Reinigung wie beim offiziellen Frühjahrsputz weder finanziell noch personell stemmen. "Ich bedanke mich deshalb im Namen der Stadt Grevenbroich für das Engagement der vielen freiwilligen Helfer", betont Ralf Dietrich.

Beteiligt haben sich rund 50 Gruppen in fast allen Stadtteilen, in denen zusammengerechnet rund 1300 Bürger mithalfen. Viele von ihnen packen seit Jahren mit an, andere waren jetzt spontan dazugestoßen. Zum Beispiel einige Flüchtlinge, die sich der Aktion beim Dorfverein "Neuenhausen heute und morgen" anschlossen. "Das Patenteam des Netzwerks Flüchtlingshilfe hatte den Asylsuchenden in der Unterkunft erklärt, worum es bei der Aktion geht. Sie halfen tatkräftig mit", berichtet Vereinsmitglied Dagmar Reschke.

Einige Neuankömmlinge hatten nach Aussage des Flüchtlingspaten Harry Friedrich auf ihren ausdrücklichen Wunsch auch in Noithausen mitgeholfen und die Kreisstraße 22 zwischen ihrer Unterkunft am Rittergut und dem Ortseingang von Orken vom Müll befreit. "Dabei sind 15 Säcke voller Abfall zusammengekommen. Es ist erschreckend, wie viel wir gefunden haben. Wenn ich einen erwische, der dort etwas wegwirft, zeige ich ihn an", so Friedrich. Auffällig viele leere Flaschen hochprozentigen Alkohols hätten die Helfer entlang der K 22 gefunden.

Zum ersten Mal dabei war der Ortsverein Grevenbroich des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um Bereitschaftsleiter Daniel Kather. "Wir haben mehrere volle Windeln, eine Glasplatte und sogar ein altes Straßenschild in den Büschen am Parkplatz vor der Spielspinne entdeckt", erzählt Daniel Kather, der sich dort einen Mülleimer wünscht. "Wir haben uns an der Aktion beteiligt, weil wir als Ehrenamtler des DRK zeigen wollen, dass wir auch außerhalb des Sanitätsdienstes Gutes tun." Der in Containern gesammelte Müll wird von der Stadt sachgerecht entsorgt.

Quelle: NGZ
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